Umsatz und Gewinn bei ABB bröckeln

Der Zürcher Konzern präsentiert keine gute Zahlen im dritten Quartal. Ein Sparprogramm läuft bereits – ein weiteres soll folgen.

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Bildlegende: Der Gewinn von ABB ist im dritten Quartal 2015 stark gesunken. Reuters

Der Industriekonzern ABB verzeichnet deutlichen Gegenwind in einigen wichtigen Endmärkten. So waren im dritten Quartal Auftragseingang und Umsatz klar rückläufig, wobei ein guter Teil davon auch auf Währungseinflüsse zurückzuführen ist. Entsprechend gingen auch die Gewinnzahlen zurück, allerdings verbesserte sich die operative Marge dank des Turnarounds in der Division Energietechniksysteme und dank der laufenden Massnahmen.

Deutlich weniger Aufträge

Der Auftragseingang reduzierte sich um 22 Prozent auf 8,77 Mrd. Dollar, bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich ein Minus von 12 Prozent. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode führte beim Auftragseingang zu einem negativen Umrechnungseffekt von 10 Prozent, wie ABB mitteilt.

Mehr Grossaufträge gab es in der Divisionen Niederspannungsprodukte und Energietechnikprodukte, wogegen die übrigen Divisionen alle einen Rückgang verzeichneten.

Gewinn schrumpft stark

Der Umsatz von ABB reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 8,52 Mrd. während sich auf bereinigter Basis ein Minus von 2 Prozent ergab. Der operative Betriebsgewinn vor Amortisationen (Ebita) sank um 9 Prozent auf 1,081 Mrd. Dollar. Unter dem Strich verdiente ABB zwischen Juli und September noch 577 Mio. Dollar. Das sind 21 Prozent weniger als vor einem Jahr. Allerdings sei vor einem Jahr der Gewinn durch Verkäufe von Unternehmensteilen begünstigt worden, die 145 Millionen Dollar in die Kasse gespült hätten.

ABB macht die schwierigen Bedingungen auf den Öl- und Gasmärkten sowie die gebremste Nachfrage in China und den USA für die schwächeren Zahlen verantwortlich.

Keine Neuigkeiten zum Sparprogramm

Keine Neuigkeiten gab es zum Sparprogramm, mit dem ABB 1 Mrd. Dollar bis Ende 2017 beim Personal einsparen will. Das Sparprogramm erfolgt im Rahmen eines kompletten Konzernumbaus, ABB will schlanker werden.

Aus den bisher fünf Divisionen sollen bis Anfang nächsten Jahres vier werden. Die drei bisherigen Energiesparten gehen in den beiden neu geschaffenen Divisionen Stromnetze und Elektrifizierungsprodukte auf. Die beiden bisherigen Divisionen Industrieautomation und Antriebe sowie Prozessautomation werden angepasst.

ABB hat bereits ein Sparprogramm am Laufen: Jährlich sollen drei bis fünf Prozent der Umsatzkosten eingespart werden. Die angestrebten Einsparungen von einer Milliarde beim Personal bis Ende 2017 kommen nun noch dazu.