Worum geht es? Viele Gamerinnen und Gamer handeln mit virtuellen Designs für Waffen und weitere Gegenstände aus Videospielen – sogenannte Skins. Vor allem im Schiessspiel Counter-Strike 2 sind diese Verzierungen beliebt. Sie verändern die Optik einer Waffe oder eines Kleidungsstücks. Im Game bringen sie keine Vorteile. Trotzdem kann ihr Wert in die Millionen gehen. Das ist zu einem lukrativen Geschäft für Drittplattformen geworden. Auf diesen können die Spieler handeln, teilweise auch mit grossen Summen. Regulierungen aber, um das Handeln in dieser Branche steuerlich einzuordnen, fehlen. Doch: Vielen Gamern ist nicht bewusst, dass sie ihre Skins unter gewissen Umständen trotzdem versteuern müssen.
Was macht die Skins so wertvoll? Einige Skins sind seltener als andere und deshalb besonders gefragt und teuer. Auch das Aussehen spielt eine Rolle. Je farbiger, detailreicher und auffälliger, desto begehrter und somit wertvoller ist der Skin.
Wieso kauft man Skins? Für sein Hobby gebe er gerne Geld aus, sagt IT-Ingenieur, Marcel Thurnheer. Er spielt das Videospiel Counterstrike seit 25 Jahren. Ihm sei es wichtig, dass seine Waffen im Game nicht trostlos aussehen und deshalb kaufe er Skins in verschiedenen Farben. Neben der Personalisierung sieht SRF-Digitalredaktor Guido Berger aber noch zwei weitere Gründe. Zum einen sei es für viele Gamer zu einem Statussymbol geworden, zum anderen nutzen es manche effektiv als Wertanlage. Allein in den letzten zehn Jahren haben viele begehrte Skins erheblich an Wert gewonnen.
Ist der Handel mit Skins legal? «Drittplattformen, auf denen mit Skins gehandelt wird, sind unserer Meinung nach illegal», sagt Peter Züger, Präsident des Schweizer Videospielverbands (SIEA). «Der Gamer kauft nämlich nur das Nutzungsrecht der Software, aber nicht das Eigentum.» Daher sei ein Handel mit Teilen der Software, wie hier den Skins, gemäss den Lizenzrechten verboten.
Wie ist es steuerrechtlich geregelt? Im Schweizer Steuerrecht fehlen klare Regeln für die Versteuerung für Skins. Laut dem Steuerexperten Thomas Linder müsse man digitale Vermögenswerte, die einen verhältnismässig grossen Wert haben, in der Steuererklärung angeben. Ansonsten sei man bereits im Bereich der Steuerhinterziehung. Auch die Einkommenssteuer könne relevant sein, wenn Skins verkauft werden. Die Motivation dahinter sei entscheidend. «Wenn man nur aus Spass zockt und durch Glück mal etwas verkaufen kann, dann ist man im privaten steuerfreien Bereich. Sobald ein Gamer aber nur spielt, um Gegenstände zu bekommen, die er später verkaufen kann, geht dieser sicher planmässig vor und ist dann schnell in der Geschäftstätigkeit.» In diesem Fall müsse man die Skins auch in der Einkommenssteuer angeben.