Ladenbesitzer Daniel Schwegler vom Musikhaus Gasser in Hochdorf LU stellte vergangene Woche zu seinem Entsetzen fest, dass Einbrecher sein Geschäft heimgesucht hatten: Ausstellungsinstrumente des Musikhauses waren weg und von den Kundeninstrumenten fehlte auch rund die Hälfte.
Schubladen und Schränke waren geöffnet und durchwühlt. Schwegler sagt traurig: «Zum Teil sind es alte Instrumente, die viel erlebt haben.» Darunter auch Objekte, die unersetzbar seien. So beispielsweise eine hundertjährige Trompete von einer Firma, die es seit 80 Jahren nicht mehr gibt. «Das kann man schlichtweg nicht ersetzen», sagt Schwegler.
Spuren verwischt und Laden verwüstet
Besonders bitter: die Täter leerten Schmierseife und andere herumstehende Flüssigkeiten aus, vermutlich um ihre eigenen Spuren nach der Tat zu verwischen.
«Die Chemikalien zerstören Spuren vor Ort oder machen sie unkenntlich oder schwieriger, um diese aufzunehmen», sagt Roman Gisler, Mediensprecher der Kantonspolizei Schwyz.
Die Vorgehensweise in Luzern erinnert stark an den Fall in Schindellegi im Kanton Schwyz. Im Oktober 2025 brachen dort ebenfalls Unbekannte in das Musikhaus Windspiel ein und stahlen 160 Instrumente. Der Schaden beläuft sich auf eine halbe Million Franken, wie Inhaber Sepp Furrer auf Anfrage sagt. Er und sein Team seien auch ein knappes halbes Jahr später immer noch ständig mit dem Einbruch konfrontiert.
Die Kantonspolizei Schwyz sei, so Roman Gisler, beim Vorfall in Hochdorf «hellhörig» geworden.
Auch in Luzern laufen die Ermittlungen zur Tat in Hochdorf. Der Mediensprecher der Luzerner Kantonspolizei, Urs Wigger, sagt auf Anfrage, die Spurensicherung sei erfolgt und ein Abgleich mit den Datenbanken anderer Polizeikorps ein Standardvorgehen.
Versicherung und effektiver Wert
Für das Musikhaus Gasser ist der Einbruch ein Desaster. Erst vor zehn Monaten hat Inhaber Daniel Schwegler das Geschäft eröffnet.
Im Moment sind nach dem Einbruch noch viele Fragen offen. Beispielsweise bezüglich der Versicherungen. Für einen Teil der gestohlenen Instrumente wird wohl ein Marktwert bestimmt, der je nach Instrument stark vom Neuwert abweicht. Doch diese Geldsumme werde, so Schwegler, dem Gegenwert vieler dieser teils auch älteren Instrumente mit einer persönlichen Geschichte nicht gerecht: «Emotionen kann man nicht mit Geld ausgleichen.»
Trotz allem ist das Musikhaus geöffnet. Die vier Mitarbeitenden in der Werkstatt sind ausgebucht. Was grösstenteils fehlt, sind neue Instrumente zum Verkauf.
Vorgehen mit System
Daniel Schwegler vermutet hinter dem Vorgehen des Einbruchs in seinem Ladengeschäft in Hochdorf zumindest teilweise System. Es wurden in seinem Musikhaus vorwiegend kleine Instrumente entwendet, aber auch solche, die neu und teuer sind.
Roman Gisler von der Medienstelle der Kantonspolizei Schwyz geht von einem relativ neuen Phänomen aus. Die Vermutung läge nahe, so der Mediensprecher, dass die Instrumente zu Geld gemacht werden. Auch wenn sie eine Seriennummer hätten, sei es möglich, dass diese – wie bei Autos – abgeändert werden. «Damit man nicht nachvollziehen kann, dass das Instrument aus einem Einbruch stammt», so Gisler.