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Erfolgreich mit wenig Aufwand Fünf Tipps, wie Sie Ihrem Verein auf die Sprünge helfen

Das Vereinsleben geniesst in der Schweiz hohes Ansehen. Doch sie haben immer wieder Mühe, ihre Vorstandsjobs zu besetzen, weiss Vereinscoach Hanu Fehr. Seit über zehn Jahren unterstützt er Vereine dabei, sich fit für die Zukunft zu machen.

1. Vorstandsjobs in kleinere Päckchen aufteilen

Wer ein klassisches Freiwilligenamt wie Kassier, Aktuarin oder Beisitzer übernimmt, muss meist viel Zeit investieren. Das kann abschreckend wirken. «Man hat das Gefühl, das sei zu viel Arbeit, und denkt deshalb: Das mache ich nie.»

Deshalb lohnt es sich laut Fehr, die traditionellen Vereinsstrukturen zu überdenken: Aufgaben werden in kleinere, zeitlich überschaubare Pakete aufgeteilt. Manche moderne Vereine verzichten sogar auf ein klassisches Präsidium und werden von einem Leitungsgremium geführt.

Zudem rät der Vereinscoach, die modernen Medien besser zu nutzen: «Statt eine Stunde auf Instagram herumzuscrollen, könnte man sich digital für den Verein einsetzen und so den Präsidenten gleich mit unterstützen.»

2. Der Jugend eine Stimme geben

Ein grosses Problem vieler Vereine ist, dass an ihrer Spitze oft Präsidentinnen oder Präsidenten stehen, die über Jahre hinweg alles in Eigenregie gelenkt haben. Dadurch entstehe laut Fehr eine starke Abhängigkeit und es sei schwieriger, eine Nachfolge zu finden.

«Lernen abzugeben – das ist eine wichtige Devise in der heutigen Vereinswelt», rät der Vereinscoach. Junge Mitglieder würden vielleicht nicht gerade in den Vorstand wollen, sich dafür aber gerne kleineren Aufgaben widmen.

Ein Jugendrat kann dabei eine wichtige Rolle spielen: Junge Mitglieder entwickeln eigene Projekte, übernehmen Verantwortung und präsentieren ihre Ideen dem Vorstand oder Leitungsgremium. So sammeln sie erste Führungserfahrungen, gewinnen Selbstvertrauen und bringen gleichzeitig frische Impulse in den Verein.

3. Vereinsanlass als Event gestalten

Warum den Vereinsanlass nicht einmal als Sommerfest auf einer Wiese statt im «Rössli» durchführen? Auch kulinarisch darf es ruhig etwas kreativer sein. Hanu Fehr erinnert sich an seinen ersten Einsatz im Verein, als er die Bundesfeier zum 1. August organisieren durfte.

Junge steht im Fussballtor mit Landschaft und Bergen im Hintergrund.
Legende: Bei der Organisation von Vereinsanlässen rät der Vereinscoach zu etwas Kreativität. Wie wär's mit einem Grümpelturnier? Keystone/Martin Ruetschi

Als Erstes krempelte er das «langweilige Cervelat- und Pommes-frites-Getue» um – und stiess damit natürlich auf Widerstand. Aber: Der Satz «Das haben wir schon immer so gemacht» ist für ihn das totale No-Go. Als Resultat sind die Jungen dann auch weg.

4. Auf digitale Tools statt Kassenbuch setzen

Protokolle schreiben, das Kassenbuch führen oder Mitgliederlisten von Hand pflegen – vieles davon gehört heute der Vergangenheit an. «Es gibt ganz tolle Vereinsverwaltungstools, dank denen man viel weniger Ressourcen benötigt», so Fehr.

Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und Kommunikation lassen sich auf einer einzigen Plattform bündeln: Per Knopfdruck erreichen Informationen alle Mitglieder gleichzeitig per E-Mail.

Auch Erfolgsrechnung und Bilanz sind mit wenigen Klicks erstellt. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: neue Ideen, Visionen und die Frage, wie sich der Verein weiterentwickeln soll.

5. Keine Verpflichtungen

Früher trat man einem Verein bei und blieb ihm oft ein Leben lang treu. Heute möchten sich viele Menschen nicht mehr langfristig verpflichten.

Attraktiver sind zeitlich begrenzte Projekte mit einem klaren Ziel – etwa ein Chorprojekt oder eine Theateraufführung. Wird dieses erfolgreich abgeschlossen, sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer häufig so begeistert, dass sie auch beim nächsten Projekt wieder mitmachen.

Radio SRF 1, «Morgengast», 21.7.2026, 7:17 Uhr ; 

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