Die Gefahr beim Skifahren oder Snowboarden zu verunfallen, ist relativ hoch. Sei es aus Selbstüberschätzung, zu hohem Tempo oder Fremdverschulden: Gut ein Fünftel aller Sportunfälle passiert laut Suva-Zahlen auf der Skipiste.
Davon sind rund 90 Prozent Selbstunfälle, die vermieden werden könnten. «Nur» etwa 9 Prozent der Pistenunfälle sind Kollisionsunfälle. Diese sind dann in der Regel aber auch schwerwiegender.
Samuli Aegerter ist Kampagnenleiter Schneesport bei der SUVA und weiss aus Erfahrung: «Menschen trauen sich auf der Piste mehr zu, als sie fähig sind.» Oft seien es ein überhöhtes Tempo, mangelnde Fitness, limitiertes Fahrkönnen oder eine punktuelle Ablenkung, die zu einem Unfall führten.
Der grösste Teil der Schneesportunfälle passiert auf und nicht neben der Piste. Pro Saison sind das mehrere Zehntausende. «Von den Arbeitnehmenden alleine haben wir 34'000 Unfälle», sagt Aegerter. Pro Wintersaison koste das laut dem Unfallversicherer Suva rund 320 Millionen Schweizer Franken.
Wie verkleinert man das Unfallrisiko?
Laut Aegerter können bereits einfache Massnahmen helfen, Unfälle zu vermeiden: Das Tempo der Situation anpassen. Vor Engpässen und Kuppen unbedingt abbremsen. Befinden sich viele Menschen auf der Piste, sei auch das schnelle Fahren gefährlich. Ein schnelles Ausweichmanöver könne in solchen Situationen brenzlige Momente erzeugen.
Samuli Aegerter verweist in diesem Kontext auch auf die erste Fahrregel der FIS: Auf Sicht fahren.
Ausrüstung, Alter und Aufwärmen
Viele Skifahrende hätten laut Aegerter einen sogenannten «Slalomcarver». Also einen Ski, der mit einem Kurvenradius von wenigen Metern gefahren wird. Solche Skier können in den falschen Händen bzw. an den falschen Füssen schwierig zu bedienen sein und somit auch das Unfallrisiko erhöhen.
Aegerter ist selber Skifahrer und setzt auch bei sich an: «Ich mache einiges für meine Sicherheit.» Er mache jeweils vor dem Pistentag einige Kräftigungsübungen. So ist der Körper besser bereit, sollte es doch einmal brenzlig werden.
Auch Material und Schutzausrüstung sind in manchen Fällen unzureichend – wobei Skihelme eigentlich gar nicht für heutige Geschwindigkeiten konzipiert sind.
Doch auch die beste Schutzausrüstung nützt bei einer schlechten Risikoabwägung oder fehlender Fitness nichts. Junge Männer sind die Altersgruppe, welche das höchste Risiko in Kauf nimmt. Auswertungen zeigen aber, dass die Gruppe der über 40-Jährigen immer häufiger verunfallen.
Dies sei zwar teilweise auf demografische Entwicklungen zurückzuführen – aber nicht nur: Die körperliche Fitness spiele bei dieser Altersgruppe eine Rolle. Laut Auswertungen der Suva-App, setzen sich 40- bis 64-Jährige hohen körperlichen Belastungen aus, was wiederum das Unfallrisiko massgeblich erhöhe.