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Wanderung des Monats April Ein Höhenweg wie ein Gedicht: die Strada Alta im Frühling

Die Strada Alta gehört zu den bekanntesten Wanderklassikern des Tessins. Drei Etappen, rund 45 Kilometer, von Airolo bis Biasca. Die erste Frühlingswanderung im 2026 führt Outdoor-Reporter Marcel Hähni hoch über die Leventina.

Nach Jahren zieht es mich wieder hinauf in die Landschaft oberhalb der Leventina. Cavagnago, Sobrio, Pollegio – kleine Dörfer, die wie helle Punkte am Berg kleben und die letzten Kilometer der Strada Alta verlaufen. Vor 24 Jahren bin ich diese Strecke zuletzt am Stück gewandert, als Teil einer grossen, mehrtägigen Tour.

Marcel Hähni

SRF-1-Outdoor-Reporter

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Marcel Hähni, Jahrgang 1970, ist Redaktor und Produzent bei Radio SRF 1 und ausgebildeter Wanderleiter. Regelmässig berichtet er auf der News App, srf1.ch und im Radio über seine neusten Abenteuer und verrät Tipps und Tricks für die Outdoorwelt.

Jetzt also, im Frühling 2026 wähle ich die verkürzte Version. Wer glaubt, die Leventina bestehe nur aus Transitverkehr und Gotthardstau, wird hier auf der linken Talschulter eines Besseren belehrt. Hier oben tickt das Tessin langsamer. Und zwar wohltuend langsam.

Eine Wanderung wie ein Gedicht

Der Weg abwechselnd gutmütig, dann wieder fordernd, gerade richtig um die Wandersaison zu lancieren. Trittsicher sollte man auf den grossen Steinplatten, die den Weg zwischendurch immer wieder pflastern, allerdings sein.

Landschaftlich ist diese Etappe ein Gedicht: oben noch Bergregion, unten schon Kastanienwald. Dazwischen Dörfer und Weiler, die heute vor allem auch Ferienorte sind. Orte auf sonnigen Terrassen, geprägt von Steinhäusern, kleinen Kirchen und alten Holzbauten.

Alte Säumerwege führen über Wiesenabschnitte, zwischen Trockenmauern und Wäldern hindurch, über kleine Bächlein und an Wegkapellen und Bildstöcken vorbei. Unter den Bäumen liegt vielerorts noch fast meterhoch das Laub vom Herbst. Leni, meine vierbeinige Begleiterin, taucht immer wieder in die Laubhaufen ein. Blickt man hie und da durch den noch laublosen Wald, sieht man weit unten im Tal die Autobahn, die in Richtung Bellinzona oder Göschenen führt.

Kein Spektakel, aber ein Klassiker

Dank Postauto-Anbindung lässt sich die Route wunderbar portionieren. Wer auf der ganzen Strada Alta unterwegs ist und genug hat, fährt mit dem Bus hinunter ins Tal. Wer bleibt, sollte sich im Voraus informieren, wo es Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Die Einkehr- und Übernachtungsangebote direkt an der Strecke sind bescheiden.

Der Förderer der Strada Alta

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Gedenktafel  für den grossen Förderer der Stada Alta. Am Haus angebracht.
Legende: Gedenktafel für den grossen Förderer der Stada Alta. SRF/ Marcel Hähni

Initiant und grosser Förderer der Strada Alta war Ernst Müller-Reiffer aus dem Zürcher Weinland. Müller-Reiffer war ab 1917 in verschiedenen leitenden Positionen in der Georg Fischer AG aus Schaffhausen tätig, zuletzt ab 1953 als Vizepräsident des Verwaltungsrates. Ernst Müller-Reiffer war begeisterter Wanderer und Freund des Tessins.

Die Strada Alta ist kein Spektakel. Sie ist ein Klassiker. Eine, die nichts beweisen muss – und gerade deshalb so stark ist. Auch besungen wurde der Panoramaweg im oberen Tessin immer wieder. Unter anderem von der Tessiner Sängerin, Komponistin und Texterin Nella Martinetti, die die Region als «ein Karussell aus tausend Farben, Wiesen, Bäche und Blumen» beschreibt.

Radio SRF 1, «Aktuell», 7. 4. 2026, 15:10 Uhr. ; 

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