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Reparieren statt Wegwerfen «Reparaturbonus» in der Schweiz: Lohnt sich der Aufwand?

Reparieren ist ökologisch sinnvoll, aber oftmals teurer als neu kaufen. Eine staatliche Subventionierung von Reparaturen könnte Abhilfe schaffen.

Die Schweiz gehört in Europa zu den Ländern, in denen am meisten weggeworfen wird. Jedes Jahr landen tonnenweise Elektrogeräte, Textilien, Möbel und anderes im Abfall oder im Recycling.

Aus ökologischer Sicht wäre es in vielen Fällen sinnvoll, den defekten Gegenstand zu reparieren. Oftmals ist eine Reparatur aber schwierig – oder schlicht teurer als ein Neukauf.

Reparaturangebote

Über 250 Repair Cafés in der ganzen Schweiz wollen der Wegwerfmentalität etwas entgegensetzen. Hier stellen Profis ehrenamtlich ihr Reparatur-Knowhow zur Verfügung, um Produkten ein zweites Leben zu schenken. Sie kümmern sich auf Spendenbasis um kaputte oder beschädigte Gegenstände.

Lieblingsstück kaputt? Diese Links helfen weiter

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  • In Repair Cafés können defekte Gegenstände gemeinsam mit Fachpersonen repariert werden, von Haushaltsgeräten über Unterhaltungselektronik bis hin zu Textilien und Spielzeugen.
  • Der Verein Reparaturführer bietet eine Übersicht über verschiedene Schweizer Reparaturdienstleister.
  • Das Reparatur-Start-up «Pretty Good» flickt mit einem Netzwerk von Reparaturpartnern diverse Alltagsgegenstände. Ein Kostenvoranschlag kann online unverbindlich und kostenlos eingeholt werden. Ihr Pilotprojekt Entsorgen und Recyceln in Bern schenkt gespendeten Objekten ein zweites Leben.
  • «iFixit» stellt Schritt-für-Schritt-Reparaturkits und -anleitungen zur Verfügung und bewertet die Reparierbarkeit von Smartphones, Tablets und Co.

Erste Schweizer Gemeinden lancieren «Reparaturbonus»

Die hohen Kosten für Ersatzteile und Löhne verteuern Reparaturen. Abhilfe schaffen könnte ein «Reparaturbonus», also eine staatliche Subventionierung von Reparaturarbeiten.

Diskutieren Sie mit:

Einen solchen Bonus gibt es bereits vereinzelt in der Westschweiz auf kommunaler Ebene. Die Gemeinde Prilly bei Lausanne zahlt bis zu 50 Prozent (maximal 300 Franken) an Reparaturen von Möbeln, Velos, Elektronik oder Kleidern. Vevey übernimmt je nach Kategorie sogar 75 Prozent der Reparaturkosten (maximal 400 Franken). Renens fördert gezielt die Reparatur von kaputten Smartphones mit pauschal 50 Franken.

Die Stadt Zürich startet dieses Jahr mit einem Pilotprojekt. Wer Elektrogeräte oder Kleidung flicken lässt, erhält bis zu 100 Franken pro Jahr, beziehungsweise maximal die Hälfte der Reparaturkosten. Das Ziel: 40'000 Reparaturen mehr in drei Jahren. So sollen rund 950 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Blick ins Ausland

Auf Bundesebene scheiterte 2023 ein Vorstoss für einen Reparaturbonus im Ständerat. Doch die Stiftung für Konsumentenschutz hält seither an der Forderung fest.

Vorbild für eine bundesweite Förderung von Reparaturen ist Österreich. Seit ab April 2022 übernimmt der Staat 50 Prozent der Reparaturkosten, seit Januar 2026 bis zu 130 Euro je Reparatur von diversen Alltagsgegenständen. Das Angebot ist ein Erfolg: Seit dem Start wurden über 1.8 Millionen Reparaturen unterstützt.

Auch Frankreich fördert das Reparieren. Seit 2021 müssen Elektronikgeräte (wie Waschmaschinen, Fernseher, Laptops) mit einem Reparatur-Index gekennzeichnet sein. Dieser gibt an, wie einfach ein Gerät zu reparieren ist. Ein zusätzliches Verkaufsargument.

Ressourcen schonen oder administrativer Aufwand?

Die Befürworter erhoffen sich von einem Reparaturbonus günstigere Reparaturen, eine längere Lebensdauer von Alltagsgeräten und damit weniger Neukäufe. Dies führe zu weniger Abfall, vermindere CO₂-Emissionen und schone die Ressourcen. Zudem würden lokale Betriebe unterstützt.

Gegner kritisieren die Kosten für die Staatskasse und den hohen administrativen Aufwand. Es bestehe das Risiko, dass Reparaturen künstlich verteuert werden. Auch stellen sie die Wirksamkeit der Massnahme grundsätzlich in Frage.

Debatte im «Forum» auf Radio SRF 1

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Orange Grafik mit 'FORUM' Text und SRF Logo
Legende: SRF

Reparieren statt Wegwerfen: Soll der Staat Reparaturen finanziell unterstützen?

In der Diskussionssendung «Forum» debattiert Moderator Stefan Flury am Donnerstag, 12. März 2026, von 10 bis 11 Uhr mit folgenden Gästen:

  • Sara Stalder, Geschäftsführerin Stiftung Konsumentenschutz
  • Sebastian Vogel, FDP Gemeinderat Stadt Zürich

Radio SRF 1, «Forum» Teaser, 10.03.2026, 17:20 Uhr ; 

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