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Schweizer Hilfe in Venezuela Wie arbeiten Schweizer Suchhunde im Erdbebengebiet?

Nach den Erdbeben in Venezuela sind die Schweizer Einsatzkräfte von Redog unterwegs, um mit Rettungshunden nach Vermissten zu suchen. Die wichtigsten Antworten.

Wie wird ein Einsatz ausgelöst? Die Hundeführerinnen und -führer werden umgehend über das Ereignis informiert und müssen sich bereithalten. Gemeinsam mit der Rettungskette entscheidet das Redog-Team, ob ein Einsatz vor Ort notwendig ist. «Sie machen die ganzen Einsätze in Venezuela möglich, indem sie alles rundherum organisieren», erklärt Linda Hornisberger, Zentralpräsidentin des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde Redog.

Die Rolle der Schweiz bei Rettungseinsätzen

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Rettungskräfte helfen einem Hund aus einem zerstörten Gebäude, umgeben von Trümmern.
Legende: Redog bildet Rettungsteams aus Hund und Mensch zur Suche nach vermissten und verschütteten Menschen an. Redog

Lawinenhunde werden in der Schweiz seit 1940 systematisch ausgebildet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs begann man damit, Hunde auch für die Suche nach Verschütteten in Trümmern auszubilden.

1971 wurde Redog gegründet, damals unter dem Namen Schweizerischer Verein für Katastrophenhunde-Ausbildung. Heute arbeiten rund 800 Freiwillige und rund 600 Hunde für den Verein. Die Ausbildung findet in zwölf Regionalgruppen statt.

Wie ist Redog vorbereitet? Die Rettungsteams von Redog verpflichten sich, im Ernstfall ins Katastrophengebiet zu reisen. Die Hunde werden laufend in einer der Regionalgruppen ausgebildet. Ausserdem unterschreiben auch die Arbeitgeber der Hundeführerinnen und -führer die Einsatzverpflichtung: Sie garantiert im Ernstfall eine reibungslose Freistellung der Freiwilligen.

Person in orangem Anzug mit Hund sucht auf Trümmern eines zerstörten Gebäudes.
Legende: Das Rettungsteam von Redog war schon in mehreren Katastrophengebieten im Einsatz – beispielsweise nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal 2015. Redog

Was erwartet das Team vor Ort? Das Redog-Team trifft gestaffelt in Venezuela ein und fährt so schnell wie möglich in die betroffenen Gebiete. «Auch wenn man sich darauf vorbereitet, ist es jedes Mal überwältigend», sagt Linda Hornisberger. Der Fokus auf die bevorstehende Aufgabe helfe dabei: «Man ist froh, dass man weiss, welchen Job man hat – und dass wir ihn als grosse Gruppe gemeinsam erfüllen können.»

Was macht das Redog-Team als Erstes? Nach der Ankunft unterschreiben die Hundeführerinnen und Hundeführer die notwendigen Dokumente und übernehmen ihre Ausrüstung. Anschliessend werden sowohl die Einsatzkräfte als auch die Hunde medizinisch untersucht. «Wir achten darauf, dass die Hunde nicht zu lange im Einsatz stehen, genügend Ruhe bekommen und gesund bleiben», erklärt Hornisberger.

«News Plus»-Podcast: Das Leben eines Suchhundes

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Person in orangem Helm und Hund blicken durch Loch in der Erde.
Legende: Suchhunde müssen hart und konzentriert arbeiten können. Redog

Das Leben als Rettungs- und Suchhund ist kein Zuckerschlecken. «In Indonesien mussten wir alle sieben Minuten Pausen einlegen, weil es so heiss war», sagt Linda Hornisberger von Redog. Mehr zum Leben eines Suchhundes erfahren Sie im SRF-Podcast «News Plus».

Danach folgen ausführliche Briefings mit den wichtigsten Informationen: Was ist passiert? Wie ist der Umgang mit der betroffenen Bevölkerung? Und welche Besonderheiten müssen vor Ort beachtet werden?

Wie wird ein Rettungshund trainiert? Ein Hund muss ein angeborenes Talent mit sich bringen und ein intensives Training durchlaufen, um später als Suchhund arbeiten zu können. Mehrere hundert Stunden Freiwilligenarbeit leisten Mensch-Hund-Teams bei Redog pro Jahr. Suchhunde müssten bereits im Welpenalter gut sozialisiert werden, sagt Redog-Zentralpräsidentin Hornisberger.

Der Hund als Suchmaschine

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In der Riechschleimhaut der Hundenase sitzen bis zu rund 300 Millionen sogenannter Riechsinneszellen. Jede trägt Rezeptoren, die dabei helfen, Gerüche zu erkennen. Durch regelmässiges Üben können Hunde dazu trainiert werden, sich auf ein bestimmtes Geruchsprofil zu konzentrieren.

Das wichtigste Instrument von Suchhunden sei ihre Nase, die gut auf ein Geruchsprofil trainiert worden sei, erklärt Hornisberger. Ebenso wichtig sei, dass ein Hund sich längere Zeit konzentrieren könne. Sie erinnert sich etwa an eine Übung, bei der Hunde an einem geöffneten, gefüllten Kühlschrank vorbei mussten – die gesuchte Person lag dahinter. Kein einziger Hund liess sich ablenken, alle zeigten die Person korrekt an. «Die Hunde waren völlig auf den Job fokussiert», sagt Hornisberger anerkennend.

Welche Hunde eignen sich als Rettungshunde?

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Laut Redog kommt es nicht vor allem auf die Hunderasse an, ob sich ein Hund als Suchhund eignet. Der Hund muss gut sozialisiert, abrufbar und kontrollierbar sein. Das Tier muss körperlich fit und gesund sein, muss Lärm und wackelige Untergründe tolerieren.

Für die Suche in Trümmern eignen sich laut Linda Hornisberger von Redog vor allem mittelgrosse Hunde. Häufige Rassen sind Retriever (etwa Golden, Labrador und Flat Coated), Belgische Schäferhunde (zum Beispiel Malinois), Border Collies und Australian Shepherd. Aber auch Mischlinge aus diesen Rassen sind laut Redog häufig geeignet.

Wie läuft eine Rettung ab? Reisen Mensch-Hund-Teams in ein Rettungsgebiet, arbeiten sie mit anderen Schweizer Rettungskräften zusammen. Denn bei der Suche nach Verschütteten werden Technik und Hundenase kombiniert eingesetzt. Bellt ein Hund, zeigt er damit menschliche Witterung an, erklärt Hornisberger. Ein zweiter Hund bestätige die Anzeige, dann versuche man mit Kameras und Kontaktversuchen, eine lebende Person zu lokalisieren. «Während unsere Sucharbeit relativ schnell gehen kann, können Bergungsarbeiten viele Stunden in Anspruch nehmen.» Umso wichtiger sei es, keine falschen Anzeigen zu machen.

Radio SRF 1, «Morgengast», 26.6.2026, 7:17 Uhr; herb

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