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Zur 100. Globi-Ausgabe Ein Punkmusiker belebt die Globi-Verse neu

Das neuste Globi-Buch spielt im Zürcher Zoo. Autor Boni Koller erzählt, was ihn an der Kultfigur fasziniert und was dessen Erfolgsgeheimnis ausmacht.

Globi war schon bei der Polizei, am Nordpol, auf einer Pirateninsel – und auch als Spitzenkoch im Einsatz. Für die neuste Geschichte stattet der blaue Vogel seinen Artgenossen einen Besuch ab. Hinter dem 100. Band «Globi bei den Papageien» steckt der Texter Boni Koller.

Ein Punkmusiker textet die Globi-Verse

Ursprünglich wurde der Zürcher als Sänger und Liedermacher der Bands «Baby Jail» und «Schtärneföifi» bekannt. Als ihn der Globi-Verlag vor ein paar Jahren als Autor anfragte, war die Sache für Boni Koller klar: «Als Zehnjähriger hätte ich davon geträumt, einmal Globi-Texter zu sein.»

Boni Koller, Gitarrist und Sänger der Band «Schtärneföifi» bei einem Konzert 2015.
Legende: Auch als Sänger und Gitarrist der Band «Schtärneföifi» brachte Boni Koller seine Text-Skills ein. Keystone/Gaetan Bally

Die Geschichten des blauen Vogels faszinierten ihn schon als Kindergärtner. Noch heute erinnert sich der 64-Jährige an die vier Ausgaben, die bei ihm zu Hause standen: «Globis Abenteuer an der Chilbi», «Globis Abenteuer auf dem Meeresgrund», «Globi treibt Sport» und «Globis toller Tag».

Illustration von Samuel Glättli für den Band «Globi und die Tiere im Zoo»
Legende: Illustrator Samuel Glättli erweckt die Globifigur mit seinen Zeichnungen zum Leben. Keystone/ENNIO LEANZA

Allerdings genossen die Bücher damals noch nicht das Ansehen, das sie heute haben: «Bei mir in der Familie galten die Bücher noch als Schundliteratur. Sie galten als Comic und man hat mich ein wenig schief angeschaut.»

Koller sieht die ehemalige Kolonialfigur kritisch

In der über 90-jährigen Geschichte sorgte die ehemalige Werbefigur immer wieder für Kritik. «Globi ist ursprünglich ein Kolonialwarenhändler, der auf der ganzen Welt herumgereist ist und allen anderen Völkern erklärt hat, wie es geht.» Der Verlag liess in der Folge einzelne Ausgaben nicht mehr nachdrucken.

Boni Koller erinnert sich, dass Globi in früheren Büchern sogar noch geraucht hat. «Es war eine typische Heldenfigur, wie es sie heute zu Recht nicht mehr gibt.»

Trotzdem begeistern die Bücher auch heute noch etliche Kinder. Die Geschichten des blauen Vogels sind regelmässig unter den meistverkauften Kinderbüchern der Schweiz. Die neusten Ausgaben führen aktuell die Bestsellerliste der Schweizer Kinder- und Jugendbücher an.

Warum Globi heute noch fasziniert

Boni Koller erklärt sich den Erfolg anhand der Figur selbst: «Globi hat ein paar Eigenschaften, die einfach gut in die heutige Zeit passen: Er ist ein bisschen ungeduldig, vorwitzig und frech, aber er ist vor allem sehr hilfsbereit und sieht seine Fehler manchmal auch ein.» Auch ein wenig Bluff und das eine oder andere Fettnäpfchen gehöre zur Figur des Globi dazu.

Für die 100. Ausgabe konnte Boni Koller seine Reime erstmals auch in Mundart liefern. Nebst dem regulären Band ist dieses Jahr auch eine Dialektversion der Geschichte erschienen.

Komplett neu erfinden kann sich die Figur aber nicht. «In den letzten Jahrzehnten wiederholt sich in den Büchern auch häufiger mal etwas.»

Und wohin würde Boni Koller Globi am liebsten begleiten? «Ich würde gerne mal mit ihm die Griechischen Sagen durchmachen und in Griechenland herumspazieren. Ich selbst gehe gerne dorthin.»

Radio SRF 1, Morgengast, 11.3.2026, 7:10 Uhr

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