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Mehr als nur Basel und Luzern Vier ganz besondere Fasnachten in der Schweiz

Eine Fasnacht über zwei Länder, Teufel, die Angst und Schrecken verbreiten, ein Narrentanz und eine reine Frauenclique. Vier spezielle Fasnachten in der Schweiz.

Laufenburg: zwei Länder, eine Fasnacht

Die Laufenburger Fasnacht ist einzigartig, weil sie zwei Länder verbindet. Laufenburg in der Schweiz im Kanton Aargau und Laufenburg in Deutschland feiern gemeinsam.

Als Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht ist die Laufenburger Fasnacht 2014 sogar in das immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen worden.

Bereits am 29. Januar geht es los mit einem Ritual: Auf einem Boot wird eine grosse Fischfigur, ein Salm, von der einen Seite des Rheins zur anderen gebracht. Zur Laufenburger Fasnacht gehört auch der Narrolauf. Dabei ziehen die Narren lärmend mit Tschättermusik, Schellen und Masken durch die beiden Altstädte und verteilen Orangen, Wurst und Weggen.

Alljährlich am Fasnachtssamstag findet in der historischen Altstadt von Laufenburg der Nachtumzug «Häxefüür» statt. Im völlig dunklen Städtli wandeln Hexen, Dämonen und Feuerspeier durch die Nacht.

Wil: Teufel verbreiten Angst und Schrecken

In der Ostschweiz ist Wil eine Fasnachtshochburg. Das Prinzenpaar stürzt zu Beginn der Fasnacht symbolisch die Stadtregierung, übernimmt die närrische Herrschaft und führt Umzüge sowie offizielle Anlässe an.

Die «Wiler Tüüfel» ziehen mit ihren markanten Masken, Schellen und wilden Sprüngen durch die Stadt. Dabei schwingen sie die an einem Stock befestigte «Sublotere» umher.

Eine «Sublotere» ist die Blase einer Sau. Kein Wunder rennen die Zuschauerinnen und Zuschauer davon, wenn die «Wiler Tüüfel» auftauchen.

Schwyz: Narrentanz mit viel Tradition

In Schwyz hat die Fasnacht eine lange und lebendige Tradition. Ein besonders wichtiger Bestandteil davon ist der «Maschgeradenlauf». Dabei ziehen die verkleideten «Maschgarden» von Beiz zu Beiz durch das Dorf. Sie verteilen auf der Strasse Orangen und Süssigkeiten und führen das sogenannte Nüsseln auf.

Darunter versteht man einen traditionellen Tanz, bei dem sich die «Maschgarden» auf den Zehenspitzen hüpfend im Kreis bewegen. Begleitet wird dieser Tanz von Trommlern, die den rhythmischen Narrentanz spielen.

Tradition haben auch die Kostüme und Masken: Je nachdem welche Figur man verkörpern möchte, trägt man ein bestimmtes Kostüm und schlüpft in eine Rolle. Zu den traditionellen Figuren gehören unter anderem Domino, alter Mann oder Hudi.

In den Beizen setzen sich die «Maschgarden» zu den Gästen, erzählen Geschichten, machen Spässe und sorgen für gute Stimmung. Der direkte Kontakt mit der Bevölkerung gehört dabei fest zur Tradition.

Olten: eine reine Frauenclique

Die «Oltner Läckerli» mischen seit zehn Jahren die Fasnacht auf. Zum Zeitpunkt ihrer Gründung habe es erst eine reine Frauenzunft in Olten gegeben, sagt «Läckerli»-Präsidentin Lena Borner. «Wir wollten etwas Neues, etwas Anderes machen.»

Die Schnitzelbänke der «Läckerli» drehen sich um Feminismus, Sexualität oder Selbstbestimmung. «Wir sind ein bisschen frecher als andere und sprechen Themen an, von denen andere die Finger lassen.»

Das sorgt immer wieder für Diskussionen: «Bei den älteren Generationen ecken wir teilweise an. Aber das ist nicht unsere Absicht», sagt Borner. Dieses Jahr geht die Clique als Wahrsagerinnen an die Fasnacht – unter dem Motto: «Wir sehen etwas, das du nicht siehst.»

SRF 3, 12.2.2026, 6:10 Uhr

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