Das erste Eidgenössische Musikfest fand 1864 in Solothurn statt und begründet eine nationale Plattform für zivile Blasmusikvereine in der Schweiz. Organisiert wurde es von der damals jungen eidgenössischen Blechmusikbewegung.
In der Zwischenkriegszeit standen viele teilnehmende Formationen musikalisch und organisatorisch nahe der Militärmusik, was sich im Repertoire, in der Marschdisziplin und in Uniformen zeigte.
Die Präsenz des Bundesrats Ernest Chuard unterstrich den staatstragenden Charakter des Musikfests im Jahr 1923.
Das 20. Eidgenössische Musikfest in Luzern 1935 markierte den Durchbruch der Blasmusik als Massenbewegung mit starker Publikumsresonanz.
Freiburg nahm 1953 eine Brückenfunktion zwischen Sprach‑ und Kulturregionen ein. Diese Rolle machte die Stadt zu einem bewusst gewählten Ort für ein Fest mit gesamtschweizerischer Ausstrahlung.
1966 wurde der bis heute prägende Fünfjahresrhythmus für die Durchführung der Eidgenössischen Musikfeste eingeführt. Wer nicht brillierte, musste fünf Jahre auf die nächste Chance warten.
Lange Zeit war das Eidgenössische Musikfest kein Kräftemessen innerhalb der Szene, obwohl Prädikate wie sehr gut, gut oder genügend vergeben wurden. Erst seit 1976 ist das Musikfest ein richtiger Wettkampf. Vor 50 Jahren wurden in Biel erstmals Punkte vergeben, was einen heftigen Richtungsstreit in der Blasmusikszene auslöste.
1986 erreichte das Eidgenössische Musikfest in Winterthur neue Dimensionen in Organisation und Teilnehmerzahlen. Es galt als Modernisierungsschub für Grossanlässe dieser Art.
Die Organisation für das Eidgenössische Blasmusikfest lag 1996 nicht bei einer einzelnen Gemeinde, sondern wurde regional getragen. Das galt als Meilenstein für die kooperative Austragung grosser Musikfeste.
Mit über 150’000 Besucherinnen und Besuchern und 556 Gesellschaften und 26’000 Musizierenden wurde Montreux 2016 Rekordhalter. Das Eidgenössische Musikfest zählt inzwischen zu den grössten Blasmusiktreffen der Welt.
Das Eidgenössische Musikfest in Interlaken musste 2021 nach sechs Jahren Planung erstmals in seiner Geschichte pandemiebedingt abgesagt werden. Die Ausrichtung für 2026 sagte die Stadt später ab. Biel sprang in die Bresche.
Das 35. Eidgenössische Musikfest kehrt nach Biel zurück, in die Stadt, die den Anlass bereits 1880 und 1976 durchgeführt hatte. Als Top-Act treten unter anderem Traktorkestarauf, die 12-köpfige Berner Blaskapelle mit explosivem Balkan-Brass, Jazz und Discogroove.