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Bund pfeift Ikea zurück Ikea muss Preisschilder bei 15'000 Artikeln anpassen

Mit grossen Preisschildern weist Ikea auf den «Familienpreis» hin. Weil diese tieferen Preise nur für Mitglieder von «Ikea Family» gelten, wirft die Stiftung für Konsumentenschutz Ikea irreführende Preisangaben vor. Nun interveniert der Bund. Ikea muss die Preisschilder bei 15'000 Artikeln anpassen.

Darum geht es: Ikea Schweiz bietet Aktionen für Mitglieder des «Ikea-Family»-Mitgliederprogramms an. Diese Aktionen schreibt Ikea jeweils gross mit «IKEA Familienpreis» an. Dabei handelt es sich um einen exklusiven Rabatt, der nur für Mitglieder von «Ikea Family» gilt. Der Normalpreis wird jeweils nur im Kleingedruckten angegeben. Wer nicht Mitglied ist, muss an der Kasse den Normalpreis bezahlen, welcher höher als der Familienpreis ist.

Das sagt die Stiftung für Konsumentenschutz: «Die Preisschilder bei Ikea führen Kundinnen und Kunden in die Irre», sagt Sara Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz. «Wer ein solches Produkt bei Ikea sieht und einpackt, geht von einem günstigeren Preis aus.» Erst an der Kasse würden manche Kundinnen und Kunden bemerken, dass der Normalpreis höher sei. Aus Sicht des Konsumentenschutzes handelt es sich um einen Verstoss gegen die Preis­bekanntgabe­verordnung (PBV). Der Konsumentenschutz meldete den Fall darum dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Das sagt Ikea Schweiz: Man kommuniziere Preisvorteile für «Ikea-Family»-Mitglieder prominent, weil es sich um exklusive Angebote handle, schreibt Ikea Schweiz. Das Programm stehe dabei allen Kundinnen und Kunden kostenlos offen. Man anerkenne aber auch, dass die Darstellung missverständlich wirken könne. Man arbeite darum mit dem Seco an einer Lösung. Konkret passt Ikea Schweiz die Preisschilder bei 15'000 Artikeln in zehn Filialen an, sowie bei vier «Plan and Order Points». Man wolle sicherstellen, dass die Normal- und Mitgliederpreise für alle Kundinnen und Kunden klar erkennbar seien, schreibt Ikea Schweiz. Das Seco selbst hat den Fall bis zur Ausstrahlung der Sendung noch nicht kommentiert.

Preisschild für roten IKEA Ohrsessel Oskarshamn mit Familienpreis.
Legende: Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert solche Preisschilder: Kundinnen und Kunden bemerkten den tatsächlichen Preis erst an der Kasse und zahlten Aufpreise von mehreren Hundert Franken, sagt die SKS. Auch das Seco findet die Preisschilder offenbar nicht korrekt und hat bei Ikea Schweiz interveniert. Stiftung für Konsumentenschutz

Das sind ähnlich gelagerte Fälle: Zahlreiche Zuschauer haben sich Anfang des Jahres beim Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) gemeldet und auf Preisschilder von Coop und Migros verwiesen, die es schwierig machen, zwischen dem teureren Einzelpreis und einem Aktionspreis, der nur beim Kauf mehrerer Stücke gültig ist, zu unterscheiden.

Auf den Preisschildern der Migros ist der Einzelpreis nicht nur klein gedruckt, sondern auch noch durchgestrichen, was ihn quasi unleserlich macht. Das Seco kündigte daraufhin im März an, bei der Migros zu intervenieren.

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Espresso, 30.4.2026, 08:10 Uhr

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