Gut aufgelegt: Plattenspieler im Test

Die Zahl der verkauften Platten steigt stark. Passend dazu testet «Kassensturz» sieben Plattenspieler der neusten Generation auf Tonqualität und Ausstattung. Die Preise variieren von 150 bis knapp 600 Franken. Auch beim Musikgenuss gibt es grosse Unterschiede.

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Gut aufgelegt: Plattenspieler im Test

7:27 min, aus Kassensturz vom 18.10.2016
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Testtabelle

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Hier finden Sie die detaillierten Testresultate.

Die gute alte Schallplatte ist auf dem Vormarsch und immer mehr Leute greifen wieder ins Regal mit den Nostalgie-Scheiben. Auch DJ Kalabrese des Zürcher Clubs Zukunft schwört auf Vinyl: «Die Bässe kommen über die Nadel besser rüber als über das komprimierte CD-File.» Und auch Adi Bühler – Audio-Designer und Kompinist der «Kassensturz»-Melodie – erklärt im direkten Vergleich von mp3 und Vinyl die Vorzüge der Schallplatte: «Vinyl klingt farbiger, crispier. Beim mp3 fehlen einfach Informationen, es liefert weniger Daten und weniger Töne.»

Grosse Unterschiede beim Hörerlebnis

Doch für einen farbigen Sound reicht nicht nur Vinyl, dazu gehört auch der richtige Plattenspieler. «Kassensturz» schickte gemeinsam mit dem Westschweizer Konsumentenmagazin «A Bon Entendeur» sieben unterschiedliche Geräte ins Rennen. Sie sind mit unterschiedlichen Tonabnehmern und verschiedenen Antrieben ausgestattet. Die einen verfügen über einen USB-Anschluss, die anderen nicht. Preislich bewegen sie sich zwischen 150 und 600 Franken.

In einem Labor in England untersuchten Experten die Soundqualität und bewerteten diese auf einer Skala von 1 bis 5. Dazu legten sie unterschiedliche Schallplatten mit ausegwählten Stücken auf. Die Palette reichte von Pop, über Funk und Rock bis hin zur Klassik. Hauptkriterium war das Hörerlebnis. Mit einer speziellen Schallplatte wurde zudem die Leistung der Plattenspieler in Sachen Hoch-, Mittel- und Tieftöner gemessen. Die Experten stellten grosse Unterschiede fest: Fehlender Bass beim einen Plattenspieler, klarer und sauberer Ton beim anderen.

Die Besten lassen sich etwas kosten

Besonders klar und sauber klangen zwei Testgeräte. Die Experten vergaben ihnen beiden das Gesamturteil «Sehr gut». Am meisten Punkte (84 von 100) erreichte das Gerät Thorens TD-170-1, hergestellt in Deutschland. Es fällt unter anderem durch seine einfache Bedienung auf und kostet 479 Franken. Knapp dahinter – mit 82 von 100 Punkten – liegt Rega Planer 2. Er überzeugte die Jury auch durch seine exzellente Verarbeitung. Mit 590 Franken ist er das teuerste Gerät im Test.

Vier Plattenspieler zeigten eine solide Leistung und erreichten jeweils ein «Gut». Erwähnenswert ist der Lenco L-3808: Mit 72 Punkten landet er auf Rang 3 und kostet dabei nur 199 Franken. Allerdings konnte das zweite Lenco-Gerät die Jury wenig überzeugen: Das Modell L-85 fühlt sich billig an und macht einen zerbrechlichen Eindruck. Sein Klang ist enttäuschend. Er bekommt von den Experten ein «Genügend» mit 50 von 100 Punkten.

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