Pascal Arnold ist 20 Jahre alt, gelernter Koch aus Attinghausen UR – und Medaillengewinner an den EuroSkills 2025 im dänischen Herning. Drei Tage Wettkampf, sieben Gänge, alles unter Zeitdruck. Bewertet werden Geschmack, Präsentation, Hygiene und Arbeitsorganisation. Dass Pascal am Ende mit Bronze auf dem Podest steht, ist das Resultat eines langen Weges.
Von klein auf schon in der Küche
Kochen gehört bei Pascal seit frühester Kindheit zum Alltag. Seine Eltern führen im Sommer seit 17 Jahren die Windgällenhütte auf 2032 Metern über Meer. «Pascal wurde eigentlich hier in der Küche gross», sagt Mutter Annina. «Er sass hinter dem Küchentisch, schaute in die Pfannen oder formte Nussgipfel.»
Schon als Dreijähriger verbringt er viel Zeit zwischen Töpfen und Herd. Pascal selbst sagt: «Ich bin damit aufgewachsen. Das ist mein Herzensort.» Wenn er seine Eltern zwischen Mai und September sehen will, führt der Weg für ihn immer bergauf.
Die familiäre Nähe gibt ihm Halt. «Für mich ist die Familie ein Safe Place. Ich kann sein, wie ich will.» Gleichzeitig entwickelt er früh einen starken inneren Antrieb. «Ich denke, ich selbst habe die grösste Erwartung an mich», sagt Pascal. «Es hat sehr viel mit Selbstdisziplin zu tun.» Sein Ziel ist ambitioniert: sieben Gänge an drei Tagen perfekt auf den Teller bringen.
Seine Eltern geben ihm früh Mut und Unterstützung
Schon früh weiss Pascal, dass er beruflich mit Lebensmitteln arbeiten will: Koch oder Bäcker stehen zur Auswahl. Von aussen kommen Zweifel. «Mit so guten Noten willst du eine Kochlehre machen?»
Man soll das machen, woran man Freude hat – und einen Scheiss auf die anderen geben.
Diese Frage hört er mehrmals von Lehrern. Zu Hause jedoch erfährt er Rückhalt. Seine Mutter Annina sagt: «Wir waren sicher nicht diejenigen, die pushten oder drängten. Etwas mit Herzblut machen – das war für uns immer das Wichtigste.»
Pascal zieht daraus eine klare Lehre: «Man soll das machen, woran man Freude hat – und einen Scheiss auf die anderen geben. Dafür braucht es ein Umfeld, das einen unterstützt.»
Disziplin und Freiraum in der Kaserne
Unter der Woche lebt und arbeitet Pascal als Zeitsoldat in der Kaserne Thun. «Für mich ist das eigentlich nur ein Ort zum Schlafen», sagt er.
Als Truppenkoch findet er dort ideale Bedingungen für die Wettkampfvorbereitung. Er kann planen, trainieren, Abläufe perfektionieren – oft nach Feierabend bis spät in die Nacht. «Das Coolste ist die ganze Planung von A bis Z. Die Chefs schauen es sich an – umsetzen muss ich es selbst. Es ist cool, wenn man das umsetzen kann, was man selber geplant hat.»
Fokussiert am Finaltag der EuroSkills
Rund 600 junge Berufsleute aus 32 Ländern treten gegeneinander an. Am zweiten Wettkampftag misslingt Pascal die Haselnuss-Panna-cotta. «Es hätte 0,4 g mehr Agar-Agar gebraucht», sagt er nüchtern. Zweifel kommen auf. Am Abend denkt er kurz, dass es wohl nicht für eine Medaille reicht.
Am Finaltag steht Pouletbrust im Pilzmantel auf dem Programm. Pascal arbeitet hochkonzentriert, abgeschirmt vom Trubel. Freundin Anna staunt: «Ich bewundere, wie er hier abschalten kann.» Als der Entscheid fällt, ist Pascal überrascht. «Sprachlos. Und glücklich.» Bronze geht an die Schweiz.
Vater Wisi wünscht ihm «weiterhin viel Spass beim Kochen». Mutter Annina sagt schlicht: «Ich bin stolz.» Pascal zieht sein Fazit: «Der ganze Aufwand hat sich absolut gelohnt. Jetzt einfach wieder einmal chillen.»