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E-Trucks in Europa Die Schweiz ist Spitzenreiterin bei neuen Elektro-Lastwagen

Bei den Elektroautos ist die Schweiz hinter ihre Ziele zurückgefallen. Doch die elektrischen Schwergewichte auf der Strasse sind auf der Überholspur: Nirgendwo sonst in Europa wurden so viele schwere E-Lastwagen neu zugelassen. Wie sieht der Boom aus und was steckt dahinter?

Anita Vonmont

Wissenschaftsredaktorin

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Anita Vonmont ist Wissenschaftsredaktorin bei Radio SRF.

Wie viele Lastwagen und Autos fahren in der Schweiz heute elektrisch?

Die E-Lastwagen haben in den letzten Jahren stark aufgeholt: Ihr Anteil bei den neu zugelassenen LKW ab 3.5 Tonnen beträgt mittlerweile 21.3 Prozent. Jeder fünfte neu zugelassene Lastwagen hierzulande fährt also voll mit Strom. Damit schafft es die Schweiz in Europa auf Platz 1 – vor den Niederlanden (18.2 Prozent), Norwegen (16.9 Prozent), und Schweden (16.6 Prozent). Das zeigen Zahlen fürs Jahr 2025 der europäischen Automobilherstellervereinigung ACEA. Demgegenüber haben die neu zugelassenen E-Autos in der Schweiz mittlerweile einen Marktanteil von 23 Prozent; das ist zwar auch ein Zuwachs, aber die Wachstumsquote ist deutlich tiefer als in anderen europäischen Ländern. 

Grafik zeigt Marktanteile neuer elektrischer schwerer Nutzfahrzeuge in Europa 2025, Schweiz mit höchstem Anteil.
Legende: Die Schweiz liegt bei den schweren Fahrzeugen auf Platz 1 BFE / ACEA

Wie erklärt sich diese unterschiedliche Entwicklung?

Ein wichtiger Grund dürfte sein, dass Autos vor allem von Privaten gekauft werden – oft aus dem Bauch heraus und am Ende abgeschreckt vom höheren Kaufpreis der E-Modelle. Bei den Lastwagen hingegen sind die Käufer Unternehmen. Sie machen die Gesamtrechnung: Die E-Trucks sind zum Kaufen zwar ungefähr zwei-, dreimal teurer als die Verbrenner, zugleich aber beim Fahren je nach Modell in etwa dreimal günstiger.

Sind E‑Lastwagen also wirtschaftlich attraktiver?

Ja, über die Zeit hinweg sind E-Lastwagen wirtschaftlich attraktiver als Diesel-LKW, dies entscheidend auch, weil sie heute von der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe LSVA befreit sind. Gerade bei den E-LKW gab es auch rasante technische Fortschritte: Konnte man am Anfang noch nicht mal mit Anhänger fahren, kommen E-Trucks heute mit einer Batterieladung in der kleinräumigen Schweiz weit herum – bis zu 400 oder gar 600 Kilometer. E-Autos kommen zwar heute ähnlich weit; Reichweitenängste gibt es dennoch. Abschreckend wirken sich hier auch die unzureichenden Lademöglichkeiten speziell für Mieter und Mieterinnen aus.

War 2025 ein Ausreisser oder bleiben die E-Trucks in der Schweiz auf der Überholspur?

Auf die E-LKW-Unternehmen kommen in den nächsten Jahren beträchtliche Mehrkosten zu: Noch in  Vernehmlassung ist aktuell eine E-Fahrzeug-Ersatzabgabe für alle E-Mobile. Ab 2029, zwei Jahre früher als geplant, will der Bundesrat zudem die LSVA-Befreiung für elektrische Lastwagen aufheben. Das führt zu Verunsicherung bei den Branchenvertretern. Zugleich aber wurden auch im Januar 26 wieder mehr E-Lastwagen zugelassen als Ende letztes Jahr. In der Tendenz dürften die Verkaufspreise für E-Lastwagen weiterhin stark sinken, während die Betriebskosten günstiger bleiben als jene der Diesel-LKW. Auch gibt es gewisse neue Fördermittel. Zumindest bis jetzt hält all dies die E-Trucks auf der Überholspur.

Wieviel CO2 stossen eigentlich Lastwagen aus im Vergleich zur Autoflotte in der Schweiz?

Die Personenwagen machen mit einem Anteil von drei Vierteln den Löwenanteil aller Verkehrsmittel auf Schweizer Strassen aus. Und entsprechend stossen sie gemäss einem Experten des Bundesamts für Energie auch mit Abstand am meisten CO2 aus, grob überschlagen knapp siebenmal so viel wie die Lastwagen mit Verbrennungsmotoren. 

Radio SRF 1, 4.2.2026, 16:10 Uhr ; 

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