Winterthurer Kurzfilmtage: Der Hauptpreis geht an Mahdi Fleifel

Der palästinensische Filmemacher Mahdi Fleifel gewinnt den Hauptpreis der 20. Internationalen Kurzfilmtage Winterthur – für den Film «A Man Returned». Der Publikumspreis geht dieses Jahr an zwei Schweizer.

Ein Porträt von Mahdi Fleifel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mahdi Fleifel hat für seinen Film «A Man Returned» bereits den Silbernen Bären an der Berlinale gewonnen. Keystone

Ein Filmstill aus «A Man Returned». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus den 40 Filmen im Internationalen Wettbewerb wurde «A Man Returned» von der Jury ausgewählt. A Man Returned (UK/Netherlands/Lebanon 2016)

«A Man Returned» des Palästinensers Mahdi Fleifel hat den Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs der 20. Winterthurer Kurzfilmtage erhalten. Die Auszeichnung ist mit 12'000 Franken dotiert.

Die Jury war tief beeindruckt von der intimen Beziehung zwischen dem Regisseur und seinem Protagonisten in einem Film, der das Publikum eintauchen lässt in das Tableau vivant einer Gesellschaft, welche den Einzelnen einengt und zugleich trägt. Das gab die Jury am Sonntag bekannt.

Zurück ins Flüchtlingslager

«A Man Returned» begleitet den jungen Reda, der drei Jahre lang vergeblich versucht hat, in Europa als Flüchtling anerkannt zu werden, zurück ins grösste palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon, Ain El-Helweh. Der Film hat bereits den Silbernen Bären an der Berlinale gewonnen.

Ein Filmstill aus «Digital Immigrants» (Schweiz 2016). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Film «Digital Immigrants» versucht eine Gruppe Senioren den Anschluss ins digitale Zeitalter zu finden. Digital Immigrants (Schweiz 2016)

Publikumspreis geht an zwei Schweizer

Den Förderpreis in Höhe von 10'000 Franken vergab die Jury an «NO'I»(Belgien/Vietnam) von Aline Magrez. Den Preis für den besten Schweizer Film gewann Léonard Kohli aus La Chaux-de-Fonds für «E.B.C. 5300m», den Schweizer Kamerapreis Laurence Bonvin aus Sitten.

Auch das Publikum hatte die Wahl: 54 Filme aus 31 Ländern standen zur Auswahl für den Publikumspreis. Ein Gespann aus Solothurn und Luzern machte am Schluss das Rennen: Dennis Stauffer und Norbert Kottman für ihren Film «Digital Immigrants».

Diese herzerwärmende Dokumentation zeichnet den Siegeszug des Heimcomputers in der Schweiz nach und begleitet eine Gruppe Senioren bei ihrem Versuch, den Anschluss ans digitale Zeitalter zu finden.

Schweizer Schulfilm

Bereits am Donnerstag wurde im Rahmen des Schweizer Filmschulentags der Preis für den besten Schweizer Schulfilm im Wert von 5000 Franken verliehen. Dieser ging an «Millimeterle» von Pascal Reinmann, Student an der Zürcher Hochschule der Künste.

Die Jugendjury vergab den mit 500 Franken dotierten Jugendfilmpreis an «Mother Knows Best» des Schweden Mikael Bundsen.

Festival wächst weiter

Die 20. Winterthurer Kurzfilmtage gingen am Sonntag, 13. November, zu Ende. Das Festival verzeichnete 18'500 Eintritte an sechs Tagen – deutlich mehr als letztes Jahr.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kulturnachrichten, 14.11.2016, 06:02 Uhr.