Der See als Nebelloch

Derzeit bleibt der Nebel über den grossen Seen sehr zäh. Das Wasser ist trotz Sonnenschein noch zu kalt - die Wärme von unten fehlt, um den Nebel aufzulösen.

In diesen Tagen ist das Wetter hochdruckbestimmt und ruhig, ohne speziellen Wind. Der Nebel über dem Mittelland liegt recht tief und ist auch nicht sonderlich verbreitet.

Satellitenbild von der Schweiz: Einzig auf dem Neuenburger- und Bodensee hat es Nebel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Seen als Nebelloch: Beispiel vom Mittwoch, 16.2. Der Nebel blieb über dem kalten Neuenburger- und Bodensee sehr zäh. Auch an den Uferregionen blieb es zum Teil neblig. SRF Meteo

Tiefliegender Nebel ist nicht besonders mächtig. Er lässt einen Teil des Sonnenlichtes bis zur Erdoberfläche durch. Im Kontakt mit dem Erdboden wandelt sich das einfallende Sonnenlicht in Wärme um. Wärme von unten hat der Nebel aber gar nicht gern.

Angriff von unten

Die Bodenwärme vermag die Nebeltröpfchen zu verdampfen. Der Nebel wird von unten her immer dünner. Gleichzeitig stösst die warme Luft von unten her in den Nebel hinein und beginnt ihn auch von innen her aufzufressen.

Fazit: In diesen Tagen wurde der Nebel über Land tagsüber jeweils sehr gut aufgelöst.

Seen sind zu kalt

Die Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme ist auf den Seen weitaus weniger effizient als über Land. Ein Wasservolumen benötigt viel mehr Zeit, um sich aufzuwärmen. Die Februarsonne ist ohnehin noch viel zu schwach. Die Seen bleiben kalt und bringen keine Wärme in den Nebel.

Satellitenbild von der Schweiz: Einzig auf dem Neuenburger- und Bodensee hat es Nebel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Seen als Nebelloch: Beispiel vom Donnerstag, 16.2. Der Nebel blieb über dem kalten Neuenburger- und Bodensee sehr zäh. Auch an den Uferregionen blieb es zum Teil neblig. SRF Meteo

Fazit: Die kalten Seen vermögen den Nebel nicht von unten anzugreifen. Der Nebel bleibt zäh.

Seeanrainer sind die Verlierer

Am Mittwoch blieb der Nebel vor allem im oberen Teil des Bodensees hartnäckig und zäh. Am Donnerstag gibt es auch über dem Neuenburgersee zähe Nebelfelder. Tagsüber bleibt der Nebel aber nicht einfach über diesen grossen See sitzen. Thermik am Ufer zieht ihn heran und lässt ihn auch die angrenzenden Gebiete einnehmen.

Über Land kommt der Nebel zwar rasch in Bedrängnis. Bei genügend grossem Nachschub an Nebel vom See her kann es in Ufernähe und in den umliegenden Gebieten trotzdem ganztags neblig bleiben. Das war am Mittwoch am oberen Bodensee der Fall. Als einziger Ort der ganzen Schweiz gab es dort keinen Sonnenschein.