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Beliebtestes Schweizer Fleisch Preise für Schweinefleisch lassen Bauern aufgeben

Weil die Produktivität ständig gestiegen ist, produziert die Schweiz zu viel Schweinefleisch. Jetzt setzt die Branche darauf, dass einige ihrer Bauern aufhören.

Es ist das meistkonsumierte Fleisch in der Schweiz: 20 Kilo Schweinefleisch essen wir im Schnitt pro Kopf und Jahr.

Den Schweinebauern kommt dieser Spitzenplatz aber nicht zugute: Der durchschnittliche Preis für Schlachtschweine ist tief gefallen. Betrug er letztes Jahr noch Fr. 4.51 pro Kilo, sind es heute noch Fr. 3.30 – ein Minus von 27 Prozent.

Bei Bauer Martin Eicher auf dem Hof (dt. Untertitel):

Für Martin Eicher, Schweinezüchter aus Twann am Bielersee, eine Katastrophe: «Bei Fr. 3.30 mache ich 102'000 Franken Schulden pro Jahr», rechnet er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) vor.

Die Zucht seiner 700 Schweine macht rund 80 Prozent seines Betriebs aus.

Um den Ausfall auszugleichen, mussten Martin Eicher und sein Bruder ihren Zuchtstier verkaufen. Die 30'000 Franken, die so in die Kasse geflossen sind, verschaffen ihnen etwas Luft. «Aber wie lange, weiss ich nicht.»

Steigerung der Produktivität

Hauptgrund für den Preissturz ist die Überproduktion. Die Züchter in der Schweiz produzieren jede Woche 53'000 Schlachtschweine. Ideal für einen fairen Preis wären 44'000 Schweine.

Das Ungleichgewicht lässt sich weitgehend damit erklären, dass die Züchter ihre Produktivität gesteigert haben. Deshalb macht es sich die Branche jetzt zum Ziel, Schweinebauern zum Aufhören zu bewegen.

Fonds für Aussteiger

«Wir geben den Züchtern Geld, die aufhören möchten», sagt Stefan Müller, Direktor bei Suisseporcs. Der Schweizerische Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband eröffnet dafür einen Fonds bei der Branchenorganisation Proviande. Anfang Mai sollen die Delegierten von Suisseporcs diese Entscheidung treffen.

In der Zwischenzeit müssen sich die Züchter allein durchschlagen. Martin Eicher hat einen ersten Schritt gemacht und eine Vereinbarung mit einem jurassischen Metzger getroffen. Dieser kauft ihm sein Schweinefleisch zu einem Preis ab, der 70 Rappen über dem offiziellen Preis liegt.

«Wir wollen, dass er weitermachen kann», sagt der Metzger. Die 70 Rappen sehe er als Unterstützungsbeitrag. Denn wenn der Markt spielt und die Zahl der Betriebe verringert wird, dann dürfte das grösseren Schaden zur Folge haben.

SRF4News, 3.3.2026, 6 Uhr;liea

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