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Berufsregister für Ärzte Warum Ärzte ohne gültige Diplome in der Schweiz praktizieren

Es gibt Ärzte, die keine Praxisbewilligung haben, und ihren Beruf trotzdem ausüben. Gründe dafür sind, dass das System der Praxisbewilligungen auf Vertrauen beruht und von Kanton zu Kanton unterschiedlich organisiert ist.

2022 gab es in der Schweiz gemäss dem Schweizer Register der medizinischen Berufe 36 Ärztinnen und Ärzte, die mit einem Berufsverbot belegt waren. Ein Drittel von ihnen hatte trotzdem einen Weg gefunden, weiter zu praktizieren. Im Februar 2025 wurden in La Chaux-de-Fonds zwei Ärzte verurteilt, die ohne gültiges Diplom ihren Beruf ausgeübt hatten.

«Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass es Lücken gibt», kritisiert Baptiste Hurni, Ständerat aus Neuenburg und Vizepräsident der Schweizerischen Patientenorganisation, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Ein reglementierter Beruf funktioniert nur, wenn Sie Vertrauen in die Behörde haben, die für die Überwachung zuständig ist.»

Wo Ständerat Hurni Lücken sieht in der Reglementierung von Ärzten

Die Praxisbewilligungen werden von den Kantonsärzten erteilt. Einer von ihnen ist Alessandro Cassini, Kantonsarzt von Genf. Bevor er eine Empfehlung für die Praxisbewilligung erteile, müssten die Fachleute eine Reihe von Dokumenten einreichen, betont er. Unter anderem brauche es eine Erklärung über das gute Verhalten des Arztes und einen Strafregisterauszug. Wenn etwas nicht stimme, werde nachgeforscht. Eventuell werde die Person sogar vorgeladen.

Schwierige Umsetzung im Alltag

Nicht ausgeschlossen ist aber, dass gegen einen Arzt oder eine Ärztin in einem Kanton eine Sperre verhängt wird, und er oder sie in einem anderen Kanton trotzdem weiter praktiziert. «Das ist inakzeptabel», empört sich Michel Matter, Präsident der Vereinigung der Ärzte im Kanton Genf. Es sei nicht so, dass die Behörden verschiedener Kantone nicht miteinander sprächen. «Aber es kann mehrere Verfahren geben, bis zum Bundesgericht», sagt Matter. Und er zieht den Schluss: «Man muss das Gesetz ändern.»

Ein Arzt untersucht mit einem Stethoskop einen Patienten.
Legende: Wer sich von einem Arzt untersuchen lässt, hat nicht immer Gewähr dafür, dass dieser auch eine gültige Praxisbewilligung hat. KEYSTONE/Christian Beutler

Selbst wenn die Bewilligung nicht erteilt wird oder wenn sie entzogen wird, ist die Durchsetzung des Verbots komplex. «Wie wollen Sie das machen?», fragt Dominique Bünzli von der kantonalen Ärztegesellschaft Neuenburg. «Wenn ich morgen mein Praxisrecht verliere und am Montag Konsultationen durchführe, wie soll das jemand merken? Man müsste vor jede Praxis einen Polizisten stellen.»

Das System beruht auf Treu und Glauben. «Man geht davon aus, dass die Person den Entscheid respektiert», ergänzt Bünzli. «Es ist wie beim Auto. Wenn einem der Führerschein entzogen wird, fährt man in der Regel nicht mehr. Aber es gibt dennoch gewisse Personen, die weiterfahren, bis sie erwischt werden.»

Onlineregister hilft nicht immer

Seit acht Jahren können Patientinnen und Patienten über ein vom Bundesamt für Gesundheit geschaffenes Onlineregister überprüfen, ob eine Person eine Praxisbewilligung hat.

Das Instrument hilft jedoch nicht immer. Nicht alle Ärztinnen oder Ärzte ohne Bewilligung sind zwingend schlechte Praktizierende. «Das kann typischerweise ein Arzt in Ausbildung sein oder eine Ärztin, deren Diplom noch nicht anerkannt ist», präzisiert Baptiste Hurni. Das Register gibt den Grund für das Fehlen der Bewilligung nicht an. Diese Informationen unterliegen dem Datenschutz.

Die Europäische Union verfügt über ihr eigenes Überwachungsinstrument: das Binnenmarkt-Informationssystem. Dieses ermöglicht es den Mitgliedstaaten, Informationen über den Entzug von Praxisbewilligungen auszutauschen. Die Schweiz hat keinen Zugang dazu.

Aussereuropäische Ärzte arbeiten ohne Bewilligung

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Im vergangenen Jahr praktizierten in der Schweiz gut 3000 Ärzte und Ärztinnen, die aus Kanada, Afrika oder Asien stammen, also aus Ländern ausserhalb der Europäischen Union. Ihr Diplom wird vom geltenden Schweizer Recht nicht anerkannt. Sie arbeiten in Gemeinschaftspraxen oder Spitälern unter der Verantwortung eines anderen Arztes. Wollen sie eine Praxisbewilligung erhalten, müssen sie ein gleichwertiges Diplom in der Schweiz ablegen.

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RTS, À Bon Entendeur, 21.4.2026, 20:15 Uhr; herb

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