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Datenleck gibt Einblick Die Radiologie lastet immer schwerer auf dem Gesundheitswesen

Die Kosten der medizinischen Bildgebung steigen schneller als jene des ganzen Gesundheitssystems. Ein Grund dafür sind hohe Gewinne der Leistungserbringer.

CT, MRI, Röntgen: Die Verfahren zur Bildgebung in der Medizin versprechen den in dieser Sparte tätigen Ärztinnen und Ärzten komfortable Gehälter. Gemäss gehackten Daten der Radiologiegruppe 3R, die dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) vorliegen (vgl. Box), sind Grundvergütungen für Radiologen von mindestens 300'000 Franken brutto für ein Vollzeitpensum in vielen Radiologiezentren üblich.

Was sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu solchen Löhnen? Schliesslich werden sie ja über die obligatorischen Krankenkassenprämien finanziert. «Die Löhne der Ärzte sind auf Bundesebene nicht reglementiert und fallen folglich nicht in die Zuständigkeit des BAG», antwortet dessen Sprecherin.

Die gehackten Daten der Gruppe 3R

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Am 30. April 2026 wurde die Radiologiegruppe 3R zum zweiten Mal innerhalb von etwas mehr als einem Jahr gehackt. Der Diebstahl betraf mehrere zehntausend Dokumente, mehr als 50 Gigabyte an Daten. Sie enthalten nicht nur Informationen über die Gruppe, sondern auch über einige ihrer Konkurrenten. Die Dateien wurden einige Wochen später im Darknet veröffentlicht, sind nach wie vor online zugänglich und wurden RTS von einer Drittperson zur Verfügung gestellt.

Die RTS hat beschlossen, diese Dokumente zu analysieren, da sie Informationen von öffentlichem Interesse enthalten. Sie ermöglichen es zum ersten Mal, gewisse Geldflüsse im Schweizer Gesundheitssystem, das im Wesentlichen durch die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung finanziert wird, sehr präzise zu dokumentieren.

Diese Arbeit wurde im Bemühen durchgeführt, die betroffenen Personen zu schützen. Informationen, die es ermöglichen, Patienten, Mitarbeiterinnen oder kleine Einheiten zu identifizieren, wurden anonymisiert.

Trotz hoher Kosten für die Entlohnung ihres Spitzenpersonals bleiben den Radiologie-Zentren solide Gewinne. Gemäss der von RTS analysierten Fälle, können diese schnell 5 Prozent des Umsatzes erreichen, und mit den Jahren wird es immer mehr. Weniger als 5 Jahre nach ihrer Eröffnung verzeichnete eine Praxis in der Region Mittelland 2024 einen Umsatz von 3,2 Millionen Franken. Ihr Reingewinn betrug damals 150'000 Franken (4,7 Prozent), nach Abzug der getätigten Investitionen, insbesondere für die kostspielige Radiologie-Ausrüstung.

Das Video von RTS zu den Geschäftspraktiken in der Radiologie:

Bei älteren Praxen liegt die Gewinnmarge deutlich höher. 2025 erzielte eine Gruppe im Nordwesten der Schweiz 5,4 Millionen Gewinn, was 47 Prozent ihres Umsatzes entsprach.

BAG: Gesetz verbietet Gewinne nicht

Sind Gewinne in dieser Höhe gerechtfertigt? «Das Kranken­versicherungs­gesetz verbietet den Leistungserbringern nicht, Gewinne zu erzielen», erklärt das BAG und fügt hinzu, dass «die Tarife gemäss den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit festgelegt werden müssen und auf den Kosten einer effizienten Leistungserbringung zu basieren haben». Anders ist das bei den Krankenversicherern: Ihnen ist es untersagt, Gewinne zu erzielen.

Zwei Personen betrachten Computertomographie-Bilder auf einem Bildschirm in einem Kontrollraum neben einem MRT-Gerät.
Legende: Moderne Technolgien der Bildgebung erfordern hohe Investitionen. Manchen privaten Anbietern bleiben trotzdem satte Gewinne. (Symbolbild) KEYSTONE/Gaetan Bally

«Dieses System ist vollkommen verrückt geworden», lautet der Kommentar des Neuenburger SP-Ständerats Baptiste Hurni zu diesen Zahlen. «Ein riesiges Geschäft, bei dem sich Leute – entschuldigen Sie den Ausdruck – schamlos am Kuchen bedienen.»

Für den Walliser Mitte-Nationalrat Benjamin Roduit bestätigen diese Zahlen die Notwendigkeit, «Fachgebiet für Fachgebiet zu sehen, was tatsächlich investiert wurde» und was die effektiven Kosten jedes medizinischen Eingriffs seien.

Ein wachsender Anteil der Gesundheitskosten

Wegen der hohen Kosten in der Radiologie hat die Eidgenössische Finanzkontrolle schon 2025 den Mahnfinger erhoben. In einem Bericht schätzte sie, dass die medizinische Bildgebung die obligatorische Krankenversicherung mit 2,1 Milliarden Franken belaste. Und sie stellte fest, dass diese Kosten zwischen 2019 und 2023 durchschnittlich um 5,3 Prozent pro Jahr zugenommen hatten, deutlich mehr als die des gesamten Gesundheitswesens.

Die Finanzkontrolle kam damals zum Schluss, dass die Tarife der Untersuchungen überhöht seien. Inzwischen sind diese im Rahmen des neuen Tardoc-Tarifsystems, das Anfang dieses Jahres in Kraft trat, revidiert worden. Noch ist nicht abzuschätzen, welche Auswirkung diese Reform auf die Kosten der Radiologie haben wird.

Mitarbeit: Michaël Maccabez & Philéas Authier / RTS

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RTS, Forum, 17.06.2026, 19:00 Uhr; noes

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