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Gesunder Fisch Beliebte Sardinen: Steigende Nachfrage mit Folgen für Ökosystem

Sardinen sind so gefragt wie nie. In Frankreich droht bereits eine Knappheit, auch in der Schweiz steigt die Nachfrage stark. Fachleute warnen vor Folgen für das marine Ökosystem.

In den sozialen Medien häufen sich Beiträge, die die positiven Effekte dieser Fische für Haut, Herz und Muskeln hervorheben. Zudem enthält die Sardine – im Gegensatz zu grösseren Fischarten wie Lachs – weniger Schwermetalle. Diese Kombination hat sie zu einem regelrechten Trendprodukt gemacht.

Ein zentrales Glied im marinen Ökosystem

Hinter dem Erfolg verbirgt sich jedoch ein reales Risiko. Eine zunehmende Befischung könnte die Meeresökosysteme spürbar belasten. Darauf weist Lucie Aulus‑Giacosa hin, Biologin mit Schwerpunkt auf Wanderbewegungen von Meeresorganismen und Mitarbeiterin der Swiss Cetacean Society.

«Die Sardine ist kein beliebiger Fisch», erklärt sie gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI). «In der Wissenschaft sprechen wir von einem Beutefisch. Sie bildet das Bindeglied zwischen Plankton und grossen Meeresräubern. Wenn zu viele Sardinen aus dem Meer entnommen werden, hat das zwangsläufig Folgen für die gesamte Nahrungskette – von Meeressäugern bis zu allen Arten, die von ihnen abhängen.»

Keine Panik, aber Regulierung ist nötig

Die Biologin warnt ausdrücklich vor Alarmismus. Die Bestände sind derzeit noch gross. Atlantik, Mittelmeer sowie Teile des Indischen und Pazifischen Ozeans beherbergen weiterhin umfangreiche Sardinenpopulationen. Ohne eine gezielte Regulierung der Fischerei steige jedoch das Risiko, das Gleichgewicht der marinen Nahrungsketten zu stören.

Nahaufnahme von gefrorenen Fischen in einer Packung.
Legende: Keystone/Robert F. Bukaty

Noch gilt die Sardine nicht als gefährdet. Der Druck nimmt jedoch zu, insbesondere im Mittelmeer. Der WWF empfiehlt deshalb, bevorzugt Sardinen aus dem Atlantik zu konsumieren und Fisch generell massvoll zu essen.

Schweiz: Absatzplus von bis zu 30 Prozent

In Frankreich ist die Lage bereits angespannt. Die hohe Nachfrage weckt Befürchtungen einer sommerlichen Knappheit. In der Schweiz sind die Lieferketten stabil, doch auch hier zieht der Absatz deutlich an. Migros verzeichnet ein Verkaufsplus von bis zu 30 Prozent.

«Am stärksten nachgefragt wird die in Olivenöl eingelegte Atlantik‑Sardine», bestätigt Mediensprecherin Estelle Hein. Sie betont jedoch, dass die Preise stabil geblieben seien und die Regale weiterhin gut gefüllt.

Omega-3-Fettsäuren aus dem See

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Nicht nur Meeresfische tragen zur Versorgung mit Omega‑3‑Fettsäuren bei. Auch einige Süsswasserfische aus Schweizer Seen sind dafür geeignet. Dazu gehören:

  • Forelle
  • Saibling
  • Felchen

Ihr Fettgehalt ist geringer als jener von fettem Meeresfisch, dennoch liefern sie hochwertige regionale Omega-3-Fettsäuren.

Die europäischen Ernährungsempfehlungen raten generell zu ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche – bevorzugt von solchen mit einem hohen Anteil an gesunden Fettsäuren.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 26.6.2026, 6.31 Uhr;liea

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