Die Mehrheit der Menschen in der Schweiz lebt mit einem Jahreseinkommen von weniger als 75'000 Franken. Es gibt aber 6427 Steuerpflichtige, die über eine Million Franken pro Jahr verdienen. Das geht aus Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung fürs Steuerjahr 2022 hervor. Es sind die aktuellsten, die verfügbar sind.
Von den insgesamt 5.4 Millionen Steuerpflichtigen im Datensatz (Einzelpersonen und Familien) sind 0.12 Prozent Superreiche. Betrachtet man auf der Karte, in welchen Schweizer Gemeinden sie leben, fällt auf, dass sie auf wenige und klar abgegrenzte Orte konzentriert sind. Knapp 200 Gemeinden von insgesamt über 2000 haben superreiche Personen oder Familien unter sich.
In absoluten Zahlen stechen die grossen urbanen Zentren hervor. In Zürich leben 498 Superreiche, in Zug 432 und in Genf 275. Dann folgen kleinere Gemeinden wie Freienbach und Wollerau (beide SZ) oder Küsnacht (ZH), die mehr Superreiche haben als die Stadt Basel mit 172. In Lugano gibt es 100 Steuerpflichtige mit sehr hohem Einkommen.
Auffallend ist, dass die Gebiete, in denen sich die Superreichen ballen, alle an den Ufern eines Sees befinden.
An erster Stelle steht das Gebiet, das die Kantone Luzern, Schwyz, Zug und Zürich umfasst. Hier gibt es einige Gemeinden mit einer sehr hohen Konzentration an Superreichen. Den absoluten Rekord hält Wollerau (SZ), wo pro 100 Steuerpflichtigen mehr als 4 ein Jahreseinkommen von über einer Million Franken haben.
Auf die Gemeinde, in der einst Roger Federer wohnte, folgen die benachbarte Ortschaft Feusisberg und viele andere im Umkreis von etwa zwanzig Kilometern Luftlinie um Zug. Wer viel verdient, zieht dorthin – wegen der geografischen Lage, der wirtschaftlichen Aktivitäten, der Steuersituation, der Diskretion, des Prestiges und des Lebensstandards.
Rest der Schweiz fällt kaum auf
Ein anderer Hotspot der Superreichen ist Genf und Umgebung. Auch hier gibt es in mehreren Gemeinden viele Personen mit sehr hohen Einkommen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Hervorzuheben sind Cologny, Mies, Vandoeuvres, Collonge-Bellerive, Coppet, Anières, Founex, Corsier, Genthod, Commugny und Pregny-Chambésy.
Die übrigen Regionen, insbesondere Basel und Lugano, folgen mit Abstand und fallen auf der Karte kaum auf. Um Basel herum haben mehrere Ortschaften ihre Superreichen. Diese machen aber weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus.
Wo hohe Einkommen besonders selten sind
Die Daten der Steuerverwaltung des Bundes zeigen auch, dass es in den meisten lateinischen Kantonen – speziell in der italienischen und rätoromanischen Schweiz – weniger Haushalte mit hohen Einkommen gibt.
In den Tälern südlich der Alpen, aber auch im Jura, gibt es nur wenige Gemeinden mit Steuerpflichtigen, die mehr als 200'000 Franken pro Jahr verdienen. In einigen Orten hat der bestverdienende Steuerpflichtige ein Nettoeinkommen unter 75'000 Franken. Im Mittelland kommt das praktisch nirgends vor.
Diese starken regionalen Unterschiede werden noch deutlicher, wenn man die Gemeinden auf den Anteil an Steuerpflichtigen untersucht, die über 100'000 Franken pro Jahr verdienen. Um Zürich, Zug, Genf, Lausanne und Basel herum gibt es kaum eine Ortschaft, in der der Anteil unter 20 Prozent liegt. Im Alpenbogen und im Süden sind solche Gemeinden hingegen die Ausnahme.