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Lebensmittel Linsen im Test: Viel Protein … und ein bisschen Gift

Die meisten Linsen in der Schweiz kommen aus dem Ausland. Dort werden Mittel gespritzt, die hier verboten sind.

Analysiert und verglichen wurden zwölf Packungen grüne, rote und braune Linsen, bio und konventionell, schweizerische und ausländische. Neben Glyphosat wurden die Linsen auch auf Spuren von Diquat und Paraquat getestet – zwei Herbizide, die als noch toxischer gelten und, anders als Glyphosat, in der Schweiz und in der EU verboten sind.

Verschiedene Packungen mit Linsen auf beigem Hintergrund.
Legende: In sechs konventionellen Produkten wurden Rückstände der Herbizide gefunden: einige der getesteten Linsen. RTS

Alle drei Mittel werden auch als Sikkationsmittel eingesetzt, das heisst, sie ermöglichen eine schnellere Trocknung der Linsen und damit einen höheren Produktionsrhythmus. Die Praxis ist in der Schweiz und in der EU verboten. In Kanada und in den USA, wo ein beträchtlicher Teil der Linsen produziert wird, ist sie jedoch weit verbreitet,

Zu Besuch beim einzigen Schweizer Produzenten im Test:

Die Herbizide werden dort mit dem Flugzeug wenige Tage vor der Ernte über die Felder gesprüht. «Je später die Mittel eingesetzt werden, desto eher findet man Rückstände im Produkt», sagt der Genfer Kantonschemiker Patrick Edder gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Sechs von acht Nicht-Bio-Produkten betroffen

Die Schweizer Linsen von Dicifood enthalten keine Spuren von Herbiziden, sind mit 16.50 Franken pro Kilo aber auch die teuersten der Auswahl.

Auch in allen getesteten Bio-Linsen wurden keine quantifizierbaren Rückstände von Glyphosat, Diquat und Paraquat nachgewiesen. Dasselbe gilt für die roten Linsen von Aligro, Subash, mit 4 Franken pro Kilo unter den günstigsten Produkten im Test.

Hingegen hat das Labor Rückstände der Herbizide in sechs konventionellen Produkten nachgewiesen. Unter diesen Produkten überschritten zwei die für Paraquat zulässige gesetzliche Norm: die M-Classic-Linsen von Migros aus den Vereinigten Staaten und die braunen Linsen von Coop aus Kanada.

Die M-Classic-Linsen von Migros aus den USA enthielten das Doppelte der maximal zulässigen Menge an Paraquatrückständen (0.02mg/Kilo), die braunen Linsen von Coop aus Kanada das Dreifache.

In grünen Linsen aus Bulgarien, die bei Denner verkauft werden, wurden Diquatrückstände entdeckt. Diese lagen zwar unter dem gesetzlichen Grenzwert (0,2mg/kg), aber da die Substanz im EU-Land Bulgarien eigentlich verboten ist, wirft das Fragen auf.

Das sagen die Detailhändler

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Ein Sprecher der Migros versichert, man nehme die Situation sehr ernst und bedankt sich für die Analysen. Die betroffenen Produkte seien aus dem Verkauf genommen und durch Linsen aus kontrollierten Quellen ersetzt worden. Das Herbizid Paraquat sei auch in die Routinekontrollen sowohl bei Migros als auch bei den Lieferanten integriert worden.

Auch Coop gibt an, man habe die betroffenen Linsenchargen aus allen Verkaufsstellen entfernt und das Herbizid Paraquat zur Liste «der systematisch kontrollierten Substanzen» hinzugefügt.

Denner verspricht, die Feststellung von Rückständen mit dem Lieferanten «zu klären». Der Importeur der verkauften Linsen hält fest, dass es sich nicht um Bio-Linsen handelt und der Diquatwert daher unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt.

Und wie gefährlich sind die festgestellten Herbizid-Rückstände? «Ein grosser Teil der Grenzwerte wird eher aufgrund guter Herstellungspraktiken festgelegt als aufgrund toxikologischer Risiken», sagt der Kantonschemiker Patrick Edder. Das gelte allerdings nicht für Paraquat: «Diese Substanz hat ein sehr hohes toxisches Potenzial, das ist der Grund, warum sie in der Schweiz und in Europa verboten wurde.»

Die Rückstände, die in den Linsen in der Schweiz nachgewiesen wurden, sind jedoch den Berechnungen des Kantonschemikers zufolge nicht gefährlich: «Wir sind bei etwa 10 Prozent der Dosis, ab der eine direkte Gefahr für die Gesundheit besteht».

RTS, A bon entendeur, 16.6.2026, 20:10 Uhr;weds

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