Die Wetterradare von Meteoschweiz gehören zu den wichtigsten Instrumenten der Unwetterwarnung. Die fünf über die Schweiz verteilten Anlagen überwachen die Atmosphäre alle fünf Minuten und liefern die Daten für Prognosen sowie Warnungen vor Gewittern, Starkregen und Hagel.
Doch dieses für die Sicherheit des Landes wichtige Netz steht unter Druck. Der Grund ist das Sparpaket des Bundes für 2027.
Das sind die Folgen der Sparmassnahmen (dt. Untertitel):
Alle Bundesämter hätten in den vergangenen Jahren Budgetkürzungen von sieben bis acht Prozent hinnehmen müssen, bestätigt Meteoschweiz-Direktor Stefan Uhlenbrook gegenüber dem Radio und Fernsehen für die italienischsprachige Schweiz (RSI). Auch Meteoschweiz muss 2027 weitere Einsparungen vornehmen.
«Für einen Dienst, der rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche funktionieren muss, fällt jedes eingesparte Prozent stärker ins Gewicht als anderswo», sagt Uhlenbrook.
Meteoschweiz verfüge bereits heute über eine schlanke Struktur. Die Mitarbeitenden sind in den Bereichen Beobachtung, Messung und Modellierung tätig. Ein Personalabbau sei deshalb kaum realistisch. Stattdessen setze man auf zusätzliche Automatisierung und die Optimierung bestehender Systeme.
Alte Radare gefährden die Genauigkeit
Das grösste Problem betrifft die Wetterradare. Ihre Lebensdauer liegt bei 15 bis 20 Jahren. Danach müssen sie ersetzt oder modernisiert werden. Einige Anlagen haben diese Altersgrenze bereits erreicht.
«Fällt ein Radar aus, kann das Netz den Ausfall auffangen. Fallen aber zwei Anlagen aus, sinkt die Fähigkeit, Extremereignisse präzise und lokal vorherzusagen, drastisch», warnt Uhlenbrook.
Die Erneuerung der Radare ist derzeit aus finanziellen Gründen aufgeschoben. Damit steigt nicht nur das Risiko von weniger genauen Prognosen, sondern auch jenes von Datenverlusten.
Die Radare spielen eine zentrale Rolle: Ihre Daten fliessen in Wettermodelle und Anwendungen ein, dienen der direkten Information der Bevölkerung und bilden die Grundlage des Wetterwarnsystems.
Uhlenbrook betont, dass die Schweiz im internationalen Vergleich weiterhin über ein ausgezeichnetes System verfügt. Gleichzeitig müsse dieses laufend weiterentwickelt werden. «Wir benötigen leistungsfähigere Erfassungssysteme, eine bessere Zusammenarbeit entlang der Warnkette und die Einführung von Cell Broadcast, also Warnmeldungen per Mobiltelefon, die die gesamte Bevölkerung erreichen können.»