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Nach 43 Jahren Eine extrem seltene Blüte zeigt sich im Botanischen Garten Genf

Eine Pflanze im Botanischen Garten Genf hat 43 Jahre auf ihre erste – und letzte – Blüte gewartet.

Die Doryanthes palmeri, eine australische Pflanze, hat erstmals ihre grossen roten Blüten geöffnet – und damit auch zum letzten Mal.

So sieht die seltene Pflanze aus (mit dt. Untertiteln)

Diese Art gehört zu den monokarpen Pflanzen: «Diese Pflanzen sammeln über viele Jahre Energie und können dann eine riesige Blüte bilden», sagt Vincent Goldschmid gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Er ist der Leiter der Gewächshäuser.

Für ihn und sein Team ist diese Blüte mehr als ein «botanischer Zufall». «Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen aus früheren Jahren. Diese Blüte ist das Resultat von viel Geduld und echter Teamarbeit», so Goldschmid.

Grosse rote Blüte in einem Gewächshaus mit grünen Blättern.
Legende: Seit 43 Jahren wächst die Doryanthes palmeri in ihrem Gewächshaus. Jetzt hat sie sich endlich entschieden, ihre prächtigen Blüten zu öffnen. RTS

In freier Natur gilt Doryanthes palmeri als gefährdet. Die Genfer Gewächshäuser spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt solcher Arten. Insgesamt wachsen dort rund 4000 verschiedene Pflanzenarten.

Weil dieser Blütenmoment vergänglich ist, hat das Team frühzeitig für Nachfolger gesorgt. Eine jüngere Pflanze steht bereits bereit: «Sie wurde 2016 ausgesät und ist jetzt zehn Jahre alt», erklärt Goldschmid. «Wenn sie genug Kraft hat, wird sie uns mit einem wunderschönen Schauspiel aus roten Blüten erfreuen.»

Die jetzigen Blüten bleiben aber noch eine Weile sichtbar, wahrscheinlich «noch mehrere Wochen», versichert Goldschmid. Die Knospen öffneten sich schrittweise, passend zu den warmen Frühlingstagen.

Hintergrund zur Doryanthes palmeri

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Die Pflanze wird auch «Riesenspeerlilie» genannt und kann zur Blütezeit bis zu fünf Meter hoch werden. Sie wächst natürlicherweise in den australischen Gliedstaaten Queensland und New South Wales. Agaven und manche Bambusarten sind ebenfalls monokarp: Die Mutterpflanze stirbt nach der Blüte langsam ab, weil sie ihre gesamte Energie in diese einmalige Fortpflanzung steckt.

RTS 19h30, 3.4.2026, 19:30 Uhr; wilh

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