In seinem Testament hält Adolf Häberli fest: Seine Villa in St. Moritz soll umgebaut werden. Kurz vor seinem Tod gründete er dafür die Stiftung «Haus zur Flora». Im Stiftungsrat sitzen drei Menschen, die ihm besonders nahestanden: sein Anwalt Christian Rohner, sein Hausarzt Peter Hasler sowie Pfarrerin Marie Ursula Kind.
Die Stiftung prüft derzeit verschiedene Varianten – von einer Totalrenovation bis zu einem Neubau. Wie viele Wohnungen entstehen sollen und wann die Arbeiten abgeschlossen sein könnten, ist noch offen. Der Stiftungsrat trifft sich diese Woche erneut, um erste Details zu klären.
Gedenkfeier für Adolf Häberli
Anlässlich der Gedenkfeier im Hotel «Reine Victoria» füllten zahlreiche Angehörige, Freunde und Bekannte den Saal. Musik und Redebeiträge erinnerten an das bewegte und eigenwillige Leben Häberlis.
Das Original von St. Moritz
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Bild 1 von 5. Ein Denkmal: Die Holzskulptur von Häberli steht nun im Laudinella-Hotel in St. Moritz. Gemacht wurde sie von Nora Engels (rechts im Bild). Bildquelle: RTR.
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Bild 2 von 5. Ein Foto zur Erinnerung an Adolf Häberli, der am 15. November 2025 verstorben ist. Bildquelle: RTR.
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Bild 3 von 5. Die Gedenkzeremonie für Häberli fand im Hotel «Reine Victoria» in St. Moritz statt. Bildquelle: RTR.
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Bild 4 von 5. Blumen und Porträts zum Gedenken an einen ganz besonderen Mann. Bildquelle: RTR.
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Bild 5 von 5. Über das Original von St. Moritz wurde sogar ein Film gedreht. Bildquelle: RTR.
Der Gemeindepräsident von St. Moritz, Christian Jott Jenny, beschreibt Häberli als hartnäckig und unbeirrt. «Wie auch immer: Adolf Häberli hatte immer das letzte Wort.» Sein pedantisches Wesen habe die Gemeindeverwaltung, bei der er stets anwesend war, gelegentlich herausgefordert. «Aber ich hatte stets einen guten Kontakt zu ihm und habe ihn respektiert», so Jenny.
Ein anderer Freund beschrieb ihn einst mit einer Liste von Charakterisierungen, die seiner Vielfalt kaum gerecht wird: «Schlitzohr, Exzentriker, Idealist, Philosoph, Botaniker, Sänger, Humorist – in jeder Hinsicht einzigartig.»
Ein Leben zwischen Weltstadt und Abgeschiedenheit
Als junger Bankier arbeitete Häberli in Paris und Genf, bevor er nach St. Moritz zurückkehrte. Dort lebte er sehr zurückgezogen – in seiner Villa «Heb di Fescht». Das Haus war so eigenwillig wie sein Bewohner: keine moderne Technik, Temperaturen kaum über 15 Grad, eine alte Schreibmaschine statt Computer und Stapel von Zeitungen und Dokumenten in jedem Raum verstreut.
Viele in St. Moritz erinnern sich bis heute an ihn als «das Original von St. Moritz».