Der Walliser Branchenverband für Obst und Gemüse (IFELV) hat nach den eisigen Aprilnächten eine erste Bilanz gezogen. Gemäss dieser liegt die Aprikosenproduktion in diesem Frühjahr 30 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Gründe dazu sind vielfältig: Insekten, Krankheiten – vor allem aber der Frost, welcher die Walliser Hanglage anfangs April hart getroffen hat.
Der Bericht von RTS mit deutschen Untertitel:
Jedoch gibt sich der IFELV zuversichtlich: «Die Situation ist bedauerlich, weil es Ertragseinbussen geben wird, aber es ist keine katastrophale Lage», erklärt der IFELV-Generalsekretär Olivier Borgeat gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. «Die Prognosen lassen aber darauf schliessen, dass die Früchte, die wir haben, eine gute Qualität haben werden. Wir bleiben also optimistisch.»
«Keine andere Wahl»
Weniger optimistisch blickt Obstbauer Jean-Noël Devènes auf die aktuelle Situation. Seine Obstgärten unterhalb von Nendaz wurden von dem Frost stark in Mitleidenschaft gezogen – und das auch schon in den vergangenen Jahren. Nun hat Devènes nach 30 Jahren – davon zwölf Jahre selbstständig – sich entschieden, aufzugeben.
«Es ist ein bisschen wie mein Kind, da ich vor zwölf Jahren bei null angefangen habe. Aber es ist eine notwendige Entscheidung, denn irgendwann konnte ich nicht mehr schlafen. Ich habe zu viel nachgedacht, hatte mentale Probleme. Ich hatte keine andere Wahl.»
Devènes hat seine Parzelle an andere Obstbauern übergeben. Er wird demnächst eine berufliche Umschulung in Angriff nehmen.