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SAC Der Klimawandel treibt die Kosten der Berghütten in die Höhe

Alpenhütten stehen zunehmend unter finanziellem Druck. Um die steigenden Kosten zu bewältigen, prüft der Schweizer Alpen‑Club (SAC) eine Erhöhung der Übernachtungspreise.

Der Klimawandel setzt den Berghütten stark zu. Durch das Auftauen des Permafrosts verliert der Untergrund an Stabilität. Der Boden bewegt sich, und mit ihm geraten auch die Mauern der Hütten in Schieflage. Um diese Schäden zu beheben oder ganze Hütten neu zu bauen, sind Investitionen in Millionenhöhe nötig.

Streit um höhere Übernachtungspreise (mit dt. Untertiteln):

Für solche Projekte können die lokalen SAC‑Sektionen auf den nationalen Solidaritätsfonds zurückgreifen. Doch dieser schmilzt rasch dahin. Die Zahl der Baustellen nimmt zu, während die Reserven abnehmen.

Solidaritätsfonds unter Druck

Für den Zentralpräsidenten des Schweizer Alpen‑Clubs, Marco Dirren, ist die Situation dringend. «Wenn wir auf der Einnahmen‑ oder Ausgabenseite nichts ändern, ist der Fonds in zwei bis drei Jahren leer», warnt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Dann könne der SAC keine neuen Bauprojekte mehr unterstützen.

Um die Kasse zu füllen, schlägt der Zentralvorstand vor, die Übernachtungspreise deutlich zu erhöhen. Für Nichtmitglieder würde der Preis von 40 auf über 50 Franken steigen.

Angst vor weniger Gästen

Mehrere Sektionen lehnen diesen Vorschlag ab, darunter auch die Sektion Genf. «Wir wissen nicht, wie die Gäste reagieren werden», sagt Marc Renaud, Präsident der Hüttenkommission der Genfer Sektion. «Wenn es zu teuer wird, kommen die Leute vielleicht nicht mehr.»

Holzhütte auf Berggipfel mit wolkigem Himmel.
Legende: Der Vorschlag für die Preiserhöhung stösst bei mehreren Sektionen und vielen Hüttenwartinnen und ‑warten auf Widerstand. Keystone/Gaetan Bally

Hinzu komme die Konkurrenz, erklärt Renaud. Im Val de Bagnes etwa betreibt die Genfer Sektion eine Hütte in einer Region mit privaten Unterkünften, die nicht an die SAC‑Tarife gebunden sind.

Diese Sorgen teilt der Zentralpräsident nicht. «Es gibt Hütten, bei denen die Preise um 15 oder sogar 20 Prozent erhöht wurden, ohne dass die Besucherzahlen zurückgegangen sind», sagt Marco Dirren.

Höhere Mitgliederbeiträge als Alternative?

Laut Schätzungen ist in der Schweiz jede dritte Berghütte von den Folgen des tauenden Permafrosts betroffen. Um den Solidaritätsfonds zu stärken, schlägt die Genfer Sektion deshalb einen anderen Weg vor.

«Die Idee ist, dass sich die Mitglieder stärker beteiligen», erklärt Marc Renaud. «Jedes Mitglied würde mit einem kleinen Anteil seiner Jahresbeiträge zur Finanzierung der Hütten beitragen.»

Ob die Übernachtungspreise steigen oder die Mitglieder stärker zur Kasse gebeten werden sollen, darüber entscheiden die 110 Sektionen des Schweizer Alpen‑Clubs an ihrer nationalen Versammlung Mitte Juni.

Diskutiert wird auch, ob mit einer Reservationsgebühr die Regeln für Übernachtungen verschärft werden sollen – denn immer mehr sogenannte «No-Shows» machen den Hüttenbetreiberinnen und -betreibern zusätzlich zu schaffen.

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Regionaljournal Graubünden, 04.06.2026, 17.30 Uhr

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