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Seltene Krankheit Leben und Kämpfen mit Julias Kinderdemenz

Das Sanfilippo-Syndrom, auch Kinderdemenz genannt, führt dazu, dass Kinder sich plötzlich zurückentwickeln. Ein Dokumentarfilm begleitet eine betroffene Familie im Alltag – zwischen dem Kampf gegen das Vergessen und der Hoffnung auf ein neues Medikament aus den USA.

Was passiert, wenn ein Kind jeden Tag ein Stück mehr von seiner Welt vergisst? Die elfjährige Julia leidet am Sanfilippo-Syndrom, einer seltenen Stoffwechselerkrankung – auch bekannt als Kinderdemenz.

Ein Dokumentarfilm des Radio und Fernsehens der romanischsprachigen Schweiz (RTR) begleitet den Alltag der elfjährigen Julia, ihrer Eltern Ursina und Mario Schmid und der jüngeren Schwester Giada.

Zwischen Kämpfen und Hoffen: Der Dok-Film über Julia (dt. UT):

Bei Julia wurde im Alter von fünf Jahren die Sanfilippo-Krankheit diagnostiziert. Für sie und ihre Familie ist jeder Tag ein Kampf gegen das Vergessen.

Das Sanfilippo-Syndrom (in der Medizin Mukopolysaccharidose Typ III oder kurz MPS III genannt) ist eine seltene genetische Stoffwechselerkrankung. Wegen ihres Verlaufs wird die Krankheit oft als «Kinderdemenz» bezeichnet: Die Kinder entwickeln sich zunächst normal. Dann verlieren sie nach und nach alle erlernten Fähigkeiten wieder.

Kind mit Sensoren wird von einem Mann geführt; zwei Personen arbeiten am Computer im Hintergrund.
Legende: Untersuchung im Kinderspital Zürich Julia hat zunehmend Schwierigkeiten beim Gehen. Hier wird gemessen, wie stark sich der Knochen verbiegt – um ihr Orthesen anzupassen. RTR/Manuela Morgenthaler

Weltweit sind 12'000 bis 19'000 Kinder betroffen. Sie benötigen mit fortschreitender Krankheit immer mehr Hilfe, und irgendwann kann der Körper nicht mehr. Die Lebenserwartung beträgt je nach Krankheitsverlauf etwa 15 Jahre.

Mädchen mit Brille, von einem Erwachsenen geführt.
Legende: Julia geht, ihr Vater hilft ihr dabei Noch vor sechs Jahren war Julia mehr oder weniger selbstständig. Sie sprach Romanisch, Deutsch und Italienisch und rannte herum. Heute kann sie sich nicht mehr ausdrücken, benötigt Hilfe beim Essen und Gehen. Wie viel Julia noch versteht, wissen die Eltern nicht genau. RTR/Manuela Morgenthaler

 Die Geschichte von Julias Familie ist nicht nur die eines Schicksalsschlags, sondern auch eine der Entschlossenheit. Ursina und Mario Schmid kämpfen für die Lebensqualität ihrer Tochter – und auch für betroffene Kinder auf der ganzen Welt. Ihr Ziel: Aufklärung, Anerkennung und Heilung.

Familienfeier mit Geburtstagsdekoration und Geschenken.
Legende: Die Familie feiert Julias Geburtstag Beide Eltern arbeiten Teilzeit, um mehr zu Hause sein zu können und Zeit für ihr Engagement gegen die Krankheit zu haben. RTR/Manuela Morgenthaler

In den USA hat ein Pharmaunternehmen ein Gen-Medikament entwickelt, das Julias Krankheit heilen könnte. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hat jedoch bisher noch keine Zulassung für die Verwendung des Medikaments erteilt. Die betroffenen Familien und Experten erwarten, dass dies bald geschieht.

Sobald das Medikament in den Vereinigten Staaten zugelassen ist, wollen Julias Eltern mit ihr über den Atlantik reisen, um die Krankheit behandeln zu lassen. Es handelt sich um ein Gen-Medikament, das Julia nur einmal einnehmen müsste. Bezahlen müssten die Schmids das Medikament aus der eigenen Tasche.

Kleines Mädchen mit Brille füttert Baby mit Flasche.
Legende: Mit fünf Jahren erhält Julia die Diagnose. Zuvor hatte sie sich normal entwickelt. Hier mit ihrer Schwester Giada. RTR/Manuela Morgenthaler

Kurz vor Weihnachten haben die Schmids eine gute Nachricht erhalten. Julia darf als erstes Schweizer Mädchen mit Sanfilippo-Syndrom ein Medikament testen, das gegen die Symptome helfen soll. Ein Medikament, das Julia täglich einnehmen muss. Ursina und Mario Schmid hoffen, dank dieser Studie mehr Zeit zu gewinnen, bis das Gen-Medikament aus den USA die Zulassung erhält.

Drei Personen vor einem Sanfilippo-Fonds-Banner.
Legende: Beim internationalen Kongress der Sanfilippo-Stiftung in Genf hoffen die Eltern, neue Informationen über Medikamente zu erhalten. RTR/Manuela Morgenthaler

 «Julia. Leben mit einem Kind, das vergisst – Demenz mit elf Jahren» ist ein filmisches Porträt über eine Familie, die zusammenhält und trotz des drohenden Verlusts die Hoffnung nicht aufgibt. Der Film zeigt die harten Momente, feiert aber auch die Liebe und die kleinen Wunder des Alltags.

RTR, «Cuntrasts», 17.3.2026, 17:25 Uhr;liea

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