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Tief im Berg Der unbekannte Hochwasser-Stollen von Sils Maria

Ausserhalb der Region kennt kaum jemand den Fedacla-Stollen. Für die Engadiner Ortschaft Sils aber ist er seit einem halben Jahrhundert überlebenswichtig. Saniert wird er jetzt bewusst im Winter.

Nur den Einheimischen ist dieser gut versteckte Stollen am Ufer des Silsersees bekannt. Ein 500 Meter langes Bauwerk, das bei Hochwasser einen Teil des Flusses Fedacla durch den Berg und direkt in den See umleitet. Dank ihm hat die Engadiner Gemeinde Sils seit Jahrzehnten Ruhe vor dem gefährlichen Hochwasser.

Luftaufnahme einer verschneiten Landschaft mit einer Brücke und Wäldern.
Legende: Luftaufnahme vom Eingang zum Stollen oberhalb Sils Maria. Video: Silvano Meuli / Screenshot RTR

Lange hatte Sils ein Problem mit Überschwemmungen. Das gesamte Wasser des Fex-Tals, auf einer Fläche von knapp 34 Quadratkilometern, fliesst durch eine Schlucht und dann durch das Dorf Sils Maria.

Wenn ich nur an die letzten Jahre denke, wie oft der Tunnel in Funktion war. Er ist sehr wichtig für das Dorf Sils.
Autor: Silvano Meuli Verantwortlicher Natur und Umweltschutz, Gemeindevorstand Sils

Nach Unwettern oder Gewittern waren die Strassen oft überflutet. Verschiedene Massnahmen zur Flusskorrektion hatten nicht den gewünschten Effekt gebracht. 1969 kam dann die Idee des Tunnels auf. Und dieser hat bis heute seine Pflicht erfüllt.

Augenschein unter Tage: Im Fedacla-Stollen (dt. Untertitel):

«Wenn ich nur an die letzten Jahre denke, wie oft der Tunnel in Funktion war. Er ist sehr wichtig für das Dorf Sils», sagt Silvano Meuli, der im Silser Gemeindevorstand verantwortlich ist für das Ressort Natur und Umweltschutz, gegenüber dem Rätoromanischen Radio und Fernsehen (RTR).

Obwohl ein grosser Teil des Tunnels noch in einem guten Zustand ist, muss er dennoch saniert werden, damit er seine Funktion auch in den nächsten 50 bis 80 Jahren erfüllen kann. Gearbeitet wird nur im Winter, da dann die Gefahr von Hochwasser am geringsten ist. Logistisch ist es eine Herausforderung, da aus Sicherheitsgründen nur wenige Personen im Tunnel arbeiten dürfen.

Verschiedene Sensoren im Tal schlagen sofort Alarm, wenn sich der Wasserspiegel ändert. Dann haben die Arbeiter gerade einmal zwei Minuten Zeit, um den Tunnel zu verlassen. Deshalb dauert die Sanierung auch so lange. Die gesamte Sanierung des Tunnels kostet rund 2.5 Millionen Franken und wird von der Gemeinde sowie vom Kanton und vom Bund finanziert.

RTR Telesguard, 10.3.2026, 17:40 Uhr;weds

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