Detonationen bei Damakus Detonationen an Militärflughafen: Syrien beschuldigt Israel

Zerstörtes Auto vor einem Haus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor den Explosionen am Airport waren in Damaskus bereits mehrere Menschen bei einem Anschlag getötet worden. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf einem Militärflughafen nahe der syrischen Hauptstadt sollen einige schwere Explosionen stattgefunden haben, berichten mehrere Quellen.
  • Es habe mindestens vier Verletzte gegeben.
  • Offizielle syrische Medien beschuldigen die israelische Luftwaffe, einen Angriff auf das Militärareal geflogen zu haben. Es seien mindestens acht Bomben abgeworfen worden.
  • Der Flughafen soll unter anderem Sitz eines Geheimdienstes der syrischen Armee sein.

Auf dem Militärflughafen Masseh im Westen der syrischen Hauptstadt Damaskus haben sich in der Nacht laut Berichten des syrischen Staatsfernsehens mehrere Explosionen ereignet. Auch die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von den Explosionen.

Syrien: Angriff israelischer Kampfjets

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Syrien: Geschosse aus Israel

Ein syrischer Oberbefehlshaber sagte dem Staatsfernsehen in der Nacht, dass die Geschosse kurz nach Mitternacht aus dem Norden Israels abgefeuert worden seien. Es blieb unklar, ob bei dem Angriff jemand verletzt oder getötet wurde. Der Raketenbeschuss habe Feuer entfacht, erklärte der Srecher. Der abscheuliche Angriff werde Konsequenzen haben.

Regimenahe Medien berichteten davon, dass Raketen von israelischen Kampfjets abgeschossen worden seien. Demnach sei der Flughafen im Südwesten der syrischen Hauptstadt von mindestens acht Bomben getroffen worden, deren Explosionen ein Feuer in dem Gebäude entfacht hätten.

Sicherheitskreise sagten der Deutschen Presse-Agentur, dass mindestens vier Menschen bei dem Angriff verletzt wurden. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Sitz eines berüchtigten Geheimdienstes

Der Korrespondent der AFP in Damaskus hörte mehrere Explosionen und sah ein grosses Feuer auf dem Militärflughafen. Auch der regierungsnahe Sender Sana TV berichtete, der Flughafen sei Ziel eines Luftangriffs gewesen.

Der Militärflughafen Masseh liegt acht Kilometer südwestlich von Damaskus. Er ist Sitz des berüchtigten Geheimdienstes der Luftwaffe, der dort über ein grosses Gefängnis verfügt.

Israel hat in letzter Zeit mehrere Positionen der Hisbollah in Syrien angegriffen. Die von Iran unterstützte radikalislamische Miliz kämpft in Syrien auf Seiten der Regierungstruppen. Im letzten November erklärte die syrische Armee, israelische Jets hätten zwei Bomben westlich von Damaskus abgefeuert. Der Angriff sei vom libanesischen Luftraum ausgegangen.

Einschätzung von SRF-Nahost-Korrespondent Pascal Weber

«Auch wenn Israel dies nie bestätigen würde: Dass Israel in Syrien eingreift, ist nicht neu. Auch der Mazzeh-Militärflughafen bei Damaskus war 2013 schon einmal ein Angriffs-Ziel. Die grösste Sorge Israels gilt dabei der libanesischen Hezbollah-Miliz. Diese gewann im syrischen Bürgerkrieg enorm an Kriegserfahrung und erhielt im Zuge von iranischen Waffenlieferungen mit immer modernere Waffensysteme. Vor allem die präzisen Raketensysteme, welche Haifa oder den dicht bevölkerten Gürtel um Tel Aviv zielgenau treffen können, machen den Israelis Sorgen.

Bei den meisten israelischen Generälen und Geheimdienstlern herrscht die Meinung vor, dass ein Krieg mit der Hezbollah unvermeidlich ist. Ein ehemaliger General und Sicherheitsberater von Israels Premier Netanjahu beschrieb es gegenüber SRF vor weniger als einem Jahr so: «Wir wissen, dass es Krieg geben wird. Fraglich ist der Zeitpunkt.» In Israel gibt es ihm zufolge zwei Sichtweisen: Die eine Hälfte plädiere dafür, den Krieg sofort zu führen, solange die Hezbollah in Syrien beschäftigt ist. Die andere Hälfte will den Konflikt so lange wie möglich aufschieben und den technologischen Vorsprung nutzen.»