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Mehr Homeoffice und Weiteres Öl sparen im Alltag: Energieagentur gibt Empfehlungsliste heraus

  • Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt eine Liste mit Empfehlungen zum Ölsparen heraus.
  • Sie reagiert damit auf steigende Ölpreise durch den Krieg im Nahen Osten.
  • Laut IEA könne die Energieversorgung nur durch Sparmassnahmen gesichert werden. Es genüge nicht, wenn einzelne Länder ihre Ölreserven anzapfen.

Mehr Homeoffice, ein tieferes Tempolimit auf Strassen und Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr: Das sind drei von zehn Empfehlungen, die die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris angekündigt hat. So rät die Agentur zum Beispiel auch, auf Flugreisen zu verzichten, wenn es Alternativen dazu gibt.

Die Empfehlungen konzentrieren sich vor allem auf den Verkehr: Er sei für 45 Prozent des gesamten Ölverbrauchs verantwortlich, so die IEA. Um den Treibstoffverbrauch und Staus zu senken, könnten Grossstädte ihre Zufahrt beispielsweise abwechselnd nur noch für Autos mit geraden oder ungeraden Kennzeichen erlauben, so die IEA weiter. Tatsächlich existieren solche Modelle bereits, beispielsweise in der brasilianischen Metropole São Paulo.

Wirtschaftsredaktorin: IEA nimmt Krise «sehr ernst»

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Kurzeinschätzung von Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart:

Die Vorschläge der IEA zeigen, dass die Behörde die Krise sehr ernst nimmt. Es ist ein Erdölschock, ähnlich wie in den 1970er-Jahren. Auch damals reagierte man mit Massnahmen zum Ölsparen. Die Älteren unter uns erinnern sich an die autofreien Sonntage. Wir fuhren mit unseren Eltern mit den Velos auf den Autobahnen rum.

Die Erdölkrise in den 70ern hat dazu geführt, dass die westliche Welt viel unabhängiger vom Öl geworden ist. Die Effizienzfortschritte im Umgang mit Energie waren damals riesig. Heute brauchen wir deutlich weniger Erdöl pro Kopf.

Ob nun die Vorschläge der IEA umgesetzt werden, wird sich zeigen. Es müsste schnell gehen und das ist nicht überall möglich. Freiwillig ändern Menschen ihr Verhalten meist erst dann, wenn es im Portemonnaie weh tut. Dafür ist es wohl noch zu früh.

Aber Saudi-Arabien prophezeit, dass schon nächste Woche die Preise auf 140 US-Dollar pro Ölfass steigen könnten, weil viele Lager schon leer sind. Die Vorschläge der IEA sind also gerechtfertigt.

Zusätzliche Einsparungen liessen sich durch Carsharing, eine effizientere Fahrweise sowie durch eine verbesserte Effizienz im Güter- und Lieferverkehr erzielen. Verschiedene Länder hätten zwar ihre Ölreserven angezapft – das allein reiche aber nicht, um die Märkte zu stabilisieren. Die Energieversorgung könne nur dann gesichert werden, wenn auch weniger verbraucht werde.

Insbesondere der Angriff Israels auf das iranische Erdgasfeld South Pars hat zu einer weltweiten Verunsicherung an den Energiemärkten geführt. Nach dem Angriff ist der Preis für Erdöl markant angestiegen, was zu Kursverlusten an den Börsen führte.

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Heute Morgen, 20.3.2026, 8 Uhr ; 

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