Im Vorfeld der Wahlen in Ungarn wurde befürchtet, dass es zu Manipulationen und Einflussnahme kommen könnte. Hunderte internationale Wahlbeobachterinnen und -beobachter überwachten deshalb den Urnengang. Unter ihnen waren auch die grüne Nationalrätin Sibel Arslan und SVP-Nationalrat Roland Büchel.
Sibel Arslan hat langjährige Erfahrung als Wahlbeobachterin im Auftrag des Europarats. Ihr Einsatz bei den ungarischen Wahlen hat am Sonntagmorgen um 5:30 Uhr begonnen. Sie habe im Laufe des Tages mehrere Wahllokale in verschiedenen Stadtteilen von Budapest und in vier Gemeinden ausserhalb der ungarischen Hauptstadt aufgesucht. Am Abend dann habe sie überwacht, ob die Auszählung der Stimmen korrekt ablaufe, sagt die grüne Nationalrätin.
Und sie kann nur Gutes berichten: «Der Wahlsonntag war sehr friedlich, sehr gut organisiert, ohne grosse Zwischenfälle. Ich habe selten so viele Menschen erlebt, die an einem Wahlsonntag wählen gingen. Im Sinne der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit war es sehr spannend, zu beobachten, dass die Wahlen fair und korrekt durchgeführt worden sind.»
Für Roland Büchel von der SVP war es der erste Einsatz als Wahlbeobachter des Europarats. Im Unterschied zu Arslan hat er vor allem ländliche Gemeinden aufgesucht. Auch dort habe er keinerlei Unregelmässigkeiten festgestellt. Das decke sich mit den Eindrücken sämtlicher internationaler Wahlbeobachterinnen und -beobachter, wie sich beim Debriefing herausgestellt habe.
«Das Fazit der Leute aus verschiedensten Organisationen war durchs Band positiv. Die Wahl war gut organisiert, sauber und frei. Am Wahltag wurde also nichts Auffälliges bemerkt. Auch nicht in den Dörfern an der Grenze zu Rumänien, wo man vermutet hatte, dass da Komisches passieren könnte.»
Büchel erlebte in der Wahlnacht einen Ausbruch der Freude bei den Gewinnern: «Da war Volksfeststimmung. Die Leute, vor allem in Budapest, wollten den Wechsel und haben das ziemlich ausgelassen gefeiert.»
Die grosse Mehrheit der Menschen in Budapest habe ihr gegenüber von einer Aufbruchstimmung gesprochen, sagt Sibel Arslan. «Mir wurde gesagt: ‹Wir haben eine Revolution geschafft.›»
Arslan und Büchel, so viel steht fest, haben als Beobachterin und Beobachter aus der Schweiz eine historische Wahl miterlebt.