- Jonathan Andic steht unter Verdacht, seinen Vater Isak Andic getötet zu haben.
- Der Gründer des Modekonzerns Mango war im Dezember 2024 bei einer Wanderung über 100 Meter in die Tiefe gestürzt.
- Zunächst war man von einem Unfall ausgegangen, nun gibt es Zweifel an dieser Darstellung.
- Der Sohn ist derzeit gegen eine Kaution von einer Million Euro auf freiem Fuss.
Der mysteriöse Tod von Mango-Gründer Isak Andic beschäftigt die spanische Justiz neu. Der Milliardär war im Dezember 2024 bei einer Wanderung im Montserrat-Gebirge nahe Barcelona in die Tiefe gestürzt.
Jonathan Andic sei in Barcelona in Gewahrsam genommen worden, berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und weitere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Festnahme auf Anfrage.
Laut aktuellem Stand ist Jonathan Andic gegen Kaution auf freiem Fuss. Er musste offenbar 1 Million Euro zahlen und seinen Reisepass abgeben.
Zunächst galt der Tod des damals 71-Jährigen als Unfall. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurden irgendwann jedoch Zweifel laut, der Gründer-Sohn geriet in den Fokus der Ermittlungen. Laut Medien wurde auch sein Handy untersucht.
Schwieriges Verhältnis und Nachfolge-Konflikte
Nach bisherigen Erkenntnissen der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra war Jonathan Andic die einzige Begleitperson, als der Mango-Gründer in die Tiefe stürzte. Dem 44-Jährigen werde nun Totschlag vorgeworfen, berichtete RTVE. Die Polizei habe Widersprüche in seiner Aussage festgestellt. Die Lebenspartnerin von Isak Andic habe von einem schlechten Verhältnis zwischen Vater und Sohn erzählt.
Diese Spannungen hätten mit der Firma zu tun gehabt, sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch. Vor 15 Jahren hätte Jonathan Andic die Führung des Modekonzerns übernehmen sollen. Das sei jedoch nicht gut gelaufen, so Rentsch. Vor einigen Jahren sei deshalb ein Manager von ausserhalb der Familie an die Spitze des Unternehmens gekommen. Heute ist Jonathan Andic Vizepräsident von Mango. Zusammen mit seinen beiden Schwestern besitzt er rund 95 Prozent der Firma, ein Vermögen von mehreren Milliarden Euro.
Die Familie weist die Anschuldigungen zurück. Es handle sich definitiv um einen Unfall und nicht um Mord. Wegen der Geheimhaltung des Verfahrens gibt es derzeit nur wenige offizielle Angaben.
Unter dem Strich gehe es um sehr viel Geld, sagt Rentsch. Weltweit betreibt das Unternehmen rund 2900 Läden und erzielt einen Umsatz von rund 3.8 Milliarden Euro.