- Bundespräsident Guy Parmelin traf am Freitagabend bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele auf Georgia Meloni.
- Italien kritisiert die Schweiz wegen der Aufarbeitung des Unglücks von Crans-Montana scharf.
Bundespräsident Guy Parmelin hat beim Empfang durch den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele am Freitagabend auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Hand geschüttelt. Dies teilte er auf X mit.
Beim Austausch würden sie auch über die Brandkatastrophe in Crans Montana sprechen: «Wir sind uns einig: In diesen Tagen stehen Anteilnahme und Dankbarkeit im Vordergrund», schreibt er zudem auf X.
Scharfe Kritik aus Rom
Meloni hatte die Schweiz für die aus ihrer Sicht mangelhafte Aufarbeitung der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS wiederholt scharf kritisiert. Als Konsequenz wurde der italienische Botschafter am 24. Januar aus Bern nach Rom zurückgerufen. Bislang ist er nicht in die Schweiz zurückgekehrt.
Nach dem Flammeninferno in der Silvesternacht waren unter den insgesamt 41 Todesopfern auch sechs junge Menschen aus Italien.
Parmelin hatte am Donnerstag in Mailand die beim Brand verletzten italienischen Patienten im Niguarda-Spital besucht. Er überbrachte seine Grüsse an die acht Personen, die noch auf der Intensivstation und in der Brandverletzten-Abteilung des Spitals behandelt werden.
Auf der Plattform X schreibt der Bundespräsident, dass er in einem Spital in Mailand die Opfer des Brandes von Crans-Montana, ihre Angehörigen sowie das medizinische und pflegerische Personal besucht habe. «Ich habe ihnen meinen Respekt und mein Mitgefühl sowie meinen Dank ausgesprochen. Zudem habe ich die volle Unterstützung der Schweiz bekräftigt», heisst es.
Vorwürfe gegen Walliser Justiz
Besonders in der Kritik aus Rom steht die Walliser Staatsanwaltschaft. Beanstandet werden in Italien unter anderem fehlende Obduktionen, die Freilassung des Betreibers der Unglücksbar nach Zahlung einer aus italienischer Sicht zu tiefen Kaution und ausbleibende Entschädigungen für die Angehörigen der Opfer.
Auf Aufforderungen aus Rom, die Walliser Behörden zu einem rascheren Vorgehen zu bewegen, entgegnete Parmelin mit dem Hinweis auf die Gewaltenteilung in der Schweiz. Die Justiz arbeite unabhängig von der Politik.