Schutzbrillen für Sonnenfinsternis sind vielerorts ausverkauft

Die partielle Sonnenfinsternis am Freitag fällt zeitlich praktisch: bestes Unterhaltungsprogramm zur morgendlichen Kaffeepause. Doch: Kein Spähen ohne die entsprechende Schutzbrille. Und diese ist kaum mehr erhältlich. Es gibt aber Alternativen.

Ein Mann beobachtet durch eine Brille die Sonnenfinsternis Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Diese Tage wieder begehrt. Eine Brille zur Beobachtung der Sonnenfinsternis (das Bild stammt aus dem Jahr 2011). Keystone

2026 – diese Zahl macht die Sonnenfinsternis vom Freitag zu einem raren Erlebnis. Bis dahin muss sich nämlich gedulden, wer hierzulande eine nächste Sonnenfinsternis mit einem noch höheren Bedeckungsgrad bestaunen will. Der Mond wird maximal knapp 75 Prozent der Sonne bedecken.

Rare Brillen

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Korrekter Augenschutz

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) dürfen keinesfalls Hilfsmittel wie geschwärztes Glas, Sonnenbrillen, Filme, CD und optische Geräte wie Ferngläser ohne Spezialfilter verwendet werden. Die Sonnenbeobachtungsbrillen sollten die CE-Kennzeichnung tragen. Zudem rät das BAG davon ab, auf ältere Modelle zurückzugreifen.

Es ist jedoch keineswegs selbstverständlich, das Spektakel am Freitag als Augenzeuge zu verfolgen. Es fehlt an den geeigneten Brillen. Eine solche ist unerlässlich für alle, die direkt in die partielle Sonnenfinsternis gucken wollen (siehe Box).

Thomas Baer, Leiter der Sternwarte Bülach, ist in den letzten Tagen und Monaten mit Anfragen überrannt worden. Letzte Woche habe er an einem Tag 500, seit Anfang Jahr 7500 Brillen ausgehändigt. Laut Baer habe die gute Wetterprognose den Andrang in den letzten Tagen massiv vergrössert.

Viele Apotheken und Optiker haben nicht mit einer solch hohen Nachfrage nach geeigneten Brillen gerechnet. Dies bestätigt Maria Neuhäusler, Geschäftsmitglied der Bahnhof Apotheke des Hauptbahnhofs Zürich.

Seit letztem Sonntag seien die Brillen in der Bahnhofsapotheke ausverkauft. Auch der Lagerbestand des Lieferanten sei aufgebraucht. Potenzielle Grossanbieter wie Fielmann und MacOptik haben gemäss Abklärungen von SRF gar keine «Gucker» bestellt.

Der Schweizer Optikerverband kann aber entwarnen. Es lohne sich durchaus, beim lokalen Optiker nachzufragen. Sprecher Dominic Ramspeck geht davon aus, dass in jedem zweiten Geschäft die Chance besteht, sich nach wie vor eine Sonnenbeobachtungsbrille zu sichern.

Falsche und richtige Alternativen

Thomas Baer rät davon ab, auf eine individuell gekaufte Filterfolie zurückzugreifen. Die Beschichtungen seien oft zu dünn. Bei einer selbst gebastelten Brille ist die Gefahr entsprechend hoch, dass diese nicht vollumfänglich dicht ist und somit nur ungenügend schützt.

Der Leiter der Sternwarte Bülach hat aber einen anderen Basteltipp. Dieser ist besonders geeignet für Lehrerinnen und Lehrer, welche ihre Klasse doch noch am Ereignis teilhaben lassen wollen. Alles, was man hierzu braucht, ist ein Stück Karton und ein Blatt Papier: Anstatt direkt ins Sonnenlicht zu spähen, kann dieses durch ein rundes Kartonloch von drei bis fünf Millimeter Durchmesser auf eine weisse Fläche projiziert werden. Die Bedeckung der Sonne kann anschliessend laufend auf der Projektionsfläche verfolgt werden.

Den sichersten und besten Blick auf die Teilfinsternis offerieren die Schweizer Sternwarten. Viele haben das Ereignis zum Anlass genommen, ein exklusives Programm zusammenzustellen. Aufgrund des grossen Andrangs lohnt es sich, gegebenenfalls frühzeitig vor Ort zu sein.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Sonnenfinsternis: Licht weg, Strom weg?

    Aus Einstein vom 19.3.2015

    Am 20. März wird die Sonne partiell in den Mondschatten eintreten. Bei schönem Wetter könnten dann innert kurzer Zeit bis zu 30 Gigawatt an Solarstrom ausfallen. Für die Stromnetzbetreiber wäre das, als ob jemand weltweit 30 grössere AKWs ausschaltet. Seit einem halben Jahr bereiten sie sich deshalb auf diesen Tag vor, um ein Black-Out zu vermeiden. «Einstein» ist in der Kommandozentrale von Swissgrid dabei.