Hagelabwehr Die Berner Hagelschützen geben auf

Der Nachwuchs fehlt, das Geld auch und die Akzeptanz ist nicht mehr wie früher. Künftig steigen im Kanton Bern keine Raketen zur Vermeidung von Hagel mehr in den Himmel. Heute könne man halt alles versichern, sagt der Berner Verbandspräsident Ulrich Friedli.

Ulrich Friedli blickt zum Himmel: Hagelwolken gibt es im Winter nicht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ulrich Friedli blickt zum Himmel: Hagelwolken gibt es im Winter nicht. Brigitte Mader/SRF

Zu den besten Zeiten zählte die Berner Hagelabwehr 55 aktive Gemeinden von Oberbalm bis Schangnau mit 350 Schützen. Zog ein Hagelgewitter auf, brachten sie ihre Raketen in Stellung, um den Hagel abzuwehren.

Ulrich Friedli war 20 Jahre lang im Einsatz. Zwei bis sechs Raketen liess er jeweils in den Himmel steigen, Raketen mit Silberjodid drin. Dieses Silberjodid macht, dass die Hagelkörner gar nicht entstehen können. Die beste Wirkung gebe es, wenn die Raketen gleich unter den Wolken explodierten, sagt Ulrich Friedli.

Wirkung schwierig messbar

Jeder Schütze musste dafür ausgebildet sein, und vor jedem Abschuss brauchte es eine Bewilligung der Flugsicherung Skyguide. Nun ist ausgeschossen bei den Berner Hagelschützen. «Heute kann man alles versichern», sieht Ulrich Friedli als Grund. Der Wohlstand mache gewissermassen die Hagelabwehr überflüssig. Nur noch in der Ostschweiz halten die Hagelschützen an dieser Methode fest.

Wie wirksam sie tatsächlich ist, sei schwierig messbar, gibt Friedli zu. Wenn es aber regnet statt hagelt, gebe es weniger verstopfte Abflüsse. Und mancher überflutete Keller habe so vermieden werden können.

(Regional-Diagonal Magazin, 12:03 Uhr)