Weko deckt Preisabsprachen auf Streit zwischen WEKO und Baumeisterverband

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Bildlegende: Streit zwischen WEKO und Bündner Baumeisterverband. Keystone

Welche Rolle spielte der Bündnerische Baumeisterverband bei den Preisabsprachen im Münstertal? Diese Frage ist umstritten. Die WEKO schrieb in ihrer gestrigen Mitteilung, die Unternehmen hätten sich über die Aufträge ausgetauscht und Preisabsprachen getroffen.

Wörtlich heisst es: «Bis 2008 erfolgte diese Zusammenarbeit in "Vorversammlungen", die vom Graubündnerischen Baumeisterverband GBV organisiert wurden.»

Richtigstellung gefordert

Noch gestern Abend verschickte der Baumeisterverband eine E-Mail an die WEKO. Man fände es inakzeptabel, dass der Verband als nicht am Verfahren beteiligte Partei quasi als Organisator der Preisabsprachen dargestellt werde.

Der Verband forderte eine Richtigstellung. Die Reaktion der Wettbewerbskommission kam heute. Die Kommunikation sei korrekt gewesen, man sehe keinen Anlass etwas richtigzustellen, sagt Rafael Corazza, Direktor des Sekretariats der WEKO.

Was wusste der Baumeisterverband?

«Wir haben eine eindeutige Beweislage, entsprechende Aussagen und Unterlagen, wir haben keinen Zweifel, dass an diesen Vorversammlungen Preisabsprachen getroffen worden sind», erklärt Corazza.

Auf die Frage, ob der Baumeisterverband von den Preisabsprachen wusste, sagt Corazza, «es ist schwer vorstellbar, dass der Organisator der Treffen nicht weiss was dort passiert».

Beim Graubündnerischen Baumeisterverband gab man sich heute kleinlaut. Man werde erst wieder Stellung nehmen, sobald der detaillierte Entscheid der Wettbewerbskommission vorliege.