Schwyzer Kulturgut bedroht Heimatschutz wehrt sich gegen Abriss von 700-jährigen Häusern

Der Schweizer Heimatschutz fordert von der Schwyzer Regierung eine Unterschutzstellung der mittelalterlichen Häuser.

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Streit um alte Holzhäuser

3:51 min, aus Schweiz aktuell vom 5.9.2017

Der Schweizer Heimatschutz will im Kanton Schwyz erneut zwei 700-jährige Holzhäuser vor dem Abbruch retten, wie er am Mittwoch mitgeteilt hat. Er fordert von der Schwyzer Regierung «ultimativ» die Unterschutzstellung der beiden Häuser in Steinen SZ.

Abbruchbewilligung erteilt

Die Abbruchbewilligung für eines der beiden Holzhäuser liegt vor, das zweite Haus ist auf der Kippe. Der Heimatschutz kritisiert den Kanton Schwyz und fordert «eine umgehende systematische Inventarisierung der mittelalterlichen Bauzeugnisse im Kanton», wie Adrian Schmid vom Schweizer Heimatschutz gegenüber SRF News festhält.

Der zuständige Regierungsrat Michael Stähli begründet den Entscheid so: Die Regierung prüfe jeden Fall einzeln, aber im Fall Steinen «ist es eine Frage der Verhältnismässigkeit, des Mittelbedarfs und des baulichen Aufwandes um die Objekte noch für Wohnzwecke nutzbar zu machen.»

Gesamteuropäische Bedeutung

Bereits 2013 verzichtete die Regierung auf die Rettung von drei Holzhäusern in Schwyz und 2001 wurde das älteste Holzhaus Europas, das Nideröst-Haus, abgetragen. Bei den beiden Holzhäusern in Steinen handelt es sich um Gebäude, welche auf die Jahre 1293 und 1305 zurückgehen.

Laut Adrian Schmid vom Schweizer Heimatschutz gebe es in der Zentralschweiz insgesamt 34 bekannte Holzhäuser, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gebaut wurden. 32 davon stünden im Kanton Schwyz.

Der Heimatschutz kritisiert weiter, dass der Regierungsrat mit seinem Entscheid ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege ignoriere. Dieses halte den gesamteuropäischen Wert der Häuser fest und erkläre, dass die Restaurierung und Weiternutzung der Gebäude möglich sei.