«Quereinsteiger haben die Schul- und Lehrerzimmer aufgemischt»

Der Quereinsteiger-Lehrgang für Lehrkräfte im Kanton Zürich wird definitiv eingeführt. Das hat der Zürcher Kantonsrat beschlossen. Die Massnahme gegen den Lehrermangel habe sich bewährt, findet auch die zuständige Bildungsdirektorin Regine Aeppli.

Ein Lehrer gibt seinen Schülerinnen eine Erklärung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Andere Unterrichtsmethoden, neue Ansichten, frische Meinungen: Die Quereinsteiger bringen Leben in die Klassenzimmer Keystone

Sie sind aus der Not geboren worden, die Studiengänge für Quereinsteiger an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH), daraus macht Regine Aeppli gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» keinen Hehl:

Frischer Wind der Quereinsteiger

Vor fünf, sechs Jahren habe sich der Lehrermangel im Kanton Zürich angebahnt, so Aeppli: «Viele Lehrkräfte wurden pensioniert, parallel dazu stiegen die Schülerzahlen. Wir mussten etwas machen.»

Die Quereinsteiger hätten mit ihren vielfältigen Berufs- und Lebenserfahrungen die Schul- und Lehrerzimmer aufgemischt und «grosse Akzeptanz gefunden». «Es ist auf der ganzen Linie eine Erfolgsstory», zieht deshalb Aeppli Bilanz.

Ist Not am Mann, dürfen Anforderungen gesenkt werden

Voraussetzungen für die Zulassung zu den Quereinsteiger-Studiengängen sind ein Mindestalter von 30 Jahren, ein Bachelorabschluss auf Hochschulstufe und Berufserfahrung. Dass diese Anforderungen gesenkt werden könnten, wenn dem Lehrermangel längerfristig nicht beizukommen ist, war im Kantonsrat der einzige Kritikpunkt.

Regine Aeppli verteidigt diesen Passus jedoch: Auch im alten Gesetz sei ein ähnlicher Paragraf vermerkt: Sollte Not am Mann sein, dürften auch andere Personen zum Lehrberuf zugelassen werden. «Wir wissen nicht, was uns in den nächsten zehn, zwanzig Jahren erwartet. Wir müssen die Möglichkeit haben, Massnahmen zu treffen.»

Aeppli hinterlässt ein kniffliges Erbe

Zur Zeit habe man nur auf der Kindergartenstufe ein Problem. Aus Sicht der Kindergärtnerinnen würde mehr Lohn helfen, um den Beruf attraktiver zu machen. In der Stadt Zürich ist eine entsprechende Lohnklage hängig. Um andere Lösungsmöglichkeiten, räumt Aeppli ein, muss sie sich nicht mehr selbst bemühen. Die Bildungsdirektorin macht im Mai ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin Platz und der Lehrermangel auf Kindergartenstufe wird dann deren Problem sein.