- Die Befürworterinnen und Befürworter der Initiative «Bargeld ist Freiheit» lancieren ihre Kampagne in Bern.
- Ziel der Initiative ist es gemäss Initianten, die Versorgung mit Bargeld sicherzustellen.
- Die Initiative und der direkte Gegenvorschlag dazu kommen Anfang März an die Urne.
Die Schweizer Stimmenden entscheiden im März, ob und wie die Versorgung des Landes mit Bargeld in der Verfassung verankert werden soll. Abgestimmt wird über die Bargeld-Initiative und einen direkten Gegenvorschlag dazu. Abgestimmt wird am 8. März.
Die Befürworterinnen und Befürworter der Initiative «Ja zu einer unabhängigen, freien Schweizer Währung mit Münzen oder Banknoten (Bargeld ist Freiheit)» haben in Bern vor den Medien ihre Kampagne lanciert.
Sicherheit in Krisenlagen
«Noten und Münzen werden im Alltag schrittweise verdrängt», sagte Richard Koller, der die Initiative angestossen hatte. Die Initiative wolle sicherstellen, dass alle, die es wollten, überall und jederzeit bar bezahlen könnten. Bargeld sichere das Funktionieren von Wirtschaft und Staat auch in Krisensituationen.
Entsprechend müsse der Bund dafür sorgen, dass Noten und Münzen ihre Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel erfüllen können, sagte Koller. Zudem soll der Franken Schutz erhalten. Volk und Stände müssten zustimmen, sollte er durch eine andere Währung ersetzt werden. Eine einfache Gesetzesänderung dürfe dafür nicht ausreichen.
Breite Unterstützung aus SVP-Kreisen
Unterstützt wurde Koller auf dem Podium von gleich fünf Mitgliedern der SVP-Nationalratsfraktion. «Noten und Münzen sind nicht altmodisch, sondern sie sind robust», sagte Roland Büchel (SVP/SG).
Um sie als physisches und jederzeit verfügbares Zahlungsmittel zu sichern, müssten sie nutzbar bleiben. Gerade im öffentlichen Bereich gebe es Tendenzen, den Gebrauch von Bargeld einzuschränken, etwa in Bahnen und Bussen, aber auch auf öffentlichen Toiletten.
Gerade für kleine Betriebe und für Landwirte und Landwirtinnen sei die Umstellung auf digitale Zahlungen finanziell «kein Detail», fügte Andreas Gafner (EDU/BE) hinzu. Für Nicolas Kolly (SVP/FR) sind Münzen und Noten Ausdruck der Souveränität eines Landes und sichern die staatliche Handlungsfähigkeit.
Kritik am Gegenvorschlag
Angestossen wurde die Initiative von der Freiheitlichen Bewegung Schweiz (FBS), politisch getragen wird sie von der Gruppierung schweiz-macher.ch. Bundesrat und Parlament hielten das Begehren für zu wenig präzise abgefasst, aber das Anliegen für gerechtfertigt. Sie schlagen deshalb eine alternative Verfassungsänderung vor.
Diesen direkten Gegenvorschlag kritisierte Koller als zu vage, unter anderem, weil darin von Bargeld die Rede sei. Er spreche von Münzen und Banknoten als klar definiertem, physischem und staatlich garantiertem Zahlungsmittel. Denn Bargeld sei auch digital möglich.
Deshalb müsse der Bund und nicht wie im Gegenvorschlag geschrieben die Nationalbank die Versorgung des Landes mit Münzen und Noten sicherstellen. Im Gegensatz zum Parlament könne die Nationalbank keine Gesetze erlassen. «Es geht um die Zukunft eines Landes und künftiger Generationen, die mit allen Situationen leben müssen.»