Der Gebäudekomplex Metalli steht an zentraler Lage im Zuger Stadtzentrum. 1987 wurde das Areal als Einkaufszentrum eröffnet, auf dem Areal der namensgebenden ehemaligen Metallwarenfabrik. Unter den charakteristischen Arkaden und der glasüberdachten Halle sind über 60 Verkaufsgeschäfte vereint. Dazu kommen Büros, Restaurants, ein Hotel und Wohnungen.
Nun soll das Areal weiterentwickelt und – der kantonalen Strategie entsprechend – verdichtet werden. Laut Bebauungsplan sollen oberirdisch rund 22’000 Quadratmeter neu hinzukommen; Fläche, die vor allem dem Wohnen und Dienstleistungsangeboten zugutekommen soll. Die Verkaufs- und Gastroflächen sollen so gut wie unverändert bleiben.
In den aufgestockten Gebäuden sollen laut Richtplan 130 neue Wohnungen entstehen, davon 64 mit preisgünstigen Mietzinsen, wie es in den Abstimmungsunterlagen heisst. Ausserdem soll die neue Metalli vier begrünte Plätze erhalten, die die Aufenthaltsqualität verbessern sollen. Die heute schon bestehende Tiefgarage mit ihren 900 Plätzen bleibt bestehen, neu hinzu kommen rund 550 Veloabstellplätze.
Das Zuger Stadtparlament stellte sich an der entsprechenden Abstimmung mit 34 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltung hinter den Bebauungsplan. Auch FDP-Politiker und Architekt Roman Burkard macht sich für ein Ja stark.
Es ist eine einmalige Chance, im Zentrum der Stadt etwas Bestehendes weiterzuentwickeln.
«Es ist eine einmalige Chance, im Zentrum der Stadt etwas Bestehendes weiterzuentwickeln», sagt er als Vertreter des Pro-Komitees. Und: Dank der Neubauten werde die Metalli Richtung Baarerstrasse geöffnet und dadurch attraktiver. «Heute sind dort – vereinfacht gesagt – die Rückseiten der Läden.»
Das Projekt ist masslos und es passt mit dem 80-Meter-Hochhaus überhaupt nicht in die Umgebung.
Wenig begeistert vom Bebauungsplan ist Armin Jans. Der ehemalige SP-Nationalrat engagiert sich im Referendumskomitee. «Das Projekt ist masslos und es passt mit dem 80-Meter-Hochhaus überhaupt nicht in die Umgebung», sagt er. Weiter kritisiert das Komitee etwa, dass der Metalli mit dem Umbau ihr Charakter genommen werde. Und auch hinter die versprochenen preisgünstigen Wohnungen setzt Jans ein Fragezeichen.
«Der Bebauungsplan Metalli entsorgt einen schweizweit einzigartigen Zeitzeugen der architektonischen Postmoderne», heisst es in den Unterlagen des Referendumskomitees. Ob die Stadtzuger Stimmbevölkerung es auch so sieht, entscheidet sich an der Urnenabstimmung am 14. Juni.