- Vor den Medien hat Albert Rösti die Position des Bundesrates zur SRG-Initiative erläutert.
- Diese gehe zu weit, erklärte der Medienminister und verwies auf die beschlossene Reduktion von 335 auf 300 Franken.
- Über die SRG-Initiative wird am 8. März an der Urne abgestimmt.
Die Volksinitiative «200 Franken sind genug!», die auch als SRG- oder Halbierungsinitiative bekannt ist, fordert, die Medienabgabe auf 200 Franken pro Jahr zu senken und Unternehmen gänzlich von der Abgabe zu befreien. Bundesrat und Parlament lehnen sie ab.
Weniger Sendungen, weniger Standorte, weniger Zuschauer: Würde die Initiative von Volk und Ständen an der Urne angenommen, hätte das für die SRG gravierende Folgen. Laut Medienminister Albert Rösti droht der Abbau von 3000 Stellen und das Ende von Regionalbüros.
Rösti: Gegenprojekt entlastet Haushalte und Unternehmen
Für Medienminister Rösti, der vor seiner Zeit im Bundesrat die SRG-Halbierungsinitiative mitinitiiert hatte, ist das Gegenprojekt des Bundesrats der richtige Weg. Demnach wird die Haushaltsabgabe im Jahr 2027 von 335 auf 312 Franken gesenkt. 2029 bezahlen Haushalte noch 300 Franken.
Zudem werden mit der bereits beschlossenen Verordnung weitere rund 65’000 Unternehmen von der Abgabe befreit, wie Rösti weiter festhielt. Die Initiative fordert die gänzliche Abschaffung der Unternehmensabgabe.
Bundesrat: Initiative geht zu weit
Bei Annahme der von SVP-Kreisen initiierten Volksinitiative müsste die SRG aus Effizienzgründen viele Produktionsstandorte aufheben und ihre Programme deutlich reduzieren, warnte der Bund in einem am Mittwoch publizierten Positionspapier. Rund 3000 statt die angekündigten 900 Stellen stünden aus dem Spiel.
Ein gleichwertiges regionales Angebot in allen Sprachregionen wäre nicht mehr möglich.
Dazu käme ein Abbau von mehr als 3200 in anderen Unternehmen: Diese Arbeitsplätze betreffen Autoren, Darstellerinnen, Produktionsfirmen der audiovisuellen Industrie, aber auch die Bauwirtschaft oder das Gastgewerbe.
Das gehe deutlich zu weit, sagte Rösti. «Ein gleichwertiges regionales Angebot in allen Sprachregionen wäre nicht mehr möglich.» Sport- und Unterhaltungsprogramme würden gestrichen. Die SRG würde damit laut dem Medienminister weniger attraktiv, verlöre Zuschauer, sodass weitere Werbegelder ins Ausland abflössen.