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Abstimmungen Kanton Aargau Riesenprojekt soll Aargauer Gemeinde vor Verkehrskollaps retten

Suhr versinkt regelmässig im Verkehr. Das 384 Millionen-Franken-Projekt «Veras», das Abhilfe schaffen soll, kommt an die Urne.

Die Situation: Täglich zwängen sich über 20'000 Fahrzeuge durch die Aargauer Gemeinde Suhr, das sind mehr, als im Jahresschnitt täglich durch den Gotthard rollen. Die Gemeinde, und mit ihr die Region, versinken regelmässig im Stau. Ein wichtiger Grund dafür ist die besondere Lage von Suhr, wo sich die Verkehrsachsen West–Ost und die Nord–Süd-Verbindung ins Wynental kreuzen. Lange Wartezeiten an Bahnübergängen verschärfen die Situation zusätzlich.

Das Projekt: Nach mehreren Anläufen soll nun das Projekt «Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr», kurz Veras, Abhilfe schaffen. Im Juni kommt es an die Urne. Geplant sind knapp fünf Kilometer neue Strassen, ein Tunnel, eine neue Brücke über das Flüsschen Wyna und zahlreiche Strassenüberführungen. Ziel ist es, Suhr und seine Nachbargemeinden vom Durchgangsverkehr zu entlasten und Autos und Lastwagen besser an die Autobahn A1 und an die nahegelegene Kantonshauptstadt Aarau anzubinden.

So soll es in Zukunft in Suhr aussehen

Die Kosten: Das Projekt Veras wird voraussichtlich 384 Millionen Franken kosten. Es ist damit das teuerste Strassenprojekt, das es im Kanton Aargau je gab. Ortsumfahrungen rechneten in den letzten Jahren mit höheren zweistelligen Millionenbeträgen. Verteuert werden Projekte aber, wenn es Tunnel braucht, oder wenn die Strassen durch besiedeltes Gebiet führen und nicht über die grüne Wiese.

Strassenverkehr mit Autos in einer Warteschlange.
Legende: Über 20'000 Autos und Lastwagen zwängen sich täglich durch die Gemeinde Suhr, viele stehen vor einem der zwei Bahnübergänge. SRF

Die Argumente dafür: Die Befürworterinnen und Befürworter halten Veras für ein wegweisendes Verkehrsprojekt, das notwendig sei für die Entlastung der Region und die Anbindung des Wynentals. Er halte Veras für ein Projekt, das die Verkehrspolitik weiterbringe, sagt der grüne Grossrat und Gemeinderat von Suhr, Thomas Baumann, gegenüber SRF. «Meine Vorstellung einer Verkehrspolitik ist nicht autobasiert, aber mit einer Ablehnung des Projekts richtet man Schaden an.» Er wohne seit 45 Jahren in Suhr und beobachte zunehmend aggressive Szenen unter Verkehrsteilnehmenden, die im Stau stehen: «Es werden Flüche ausgesprochen, Stinkefinger gezeigt.» Fürs Dorf sei auch der Schleichverkehr belastend, betont Baumann. Die Strassen durchtrennen die Gemeinde faktisch in vier Teile.

Die Argumente dagegen: «Das Projekt ist reine Symptombekämpfung», nennt GLP-Grossrat Gian von Planta das Hauptargument der Gegnerinnen und Gegner gegen das Projekt. Auch mit dem neuen Strassenprojekt würden immer noch täglich 13'000 Fahrzeuge durch Suhr fahren. Gegenüber SRF kritisiert von Planta zudem: «Mit dieser Umfahrung produzieren wir massiv Mehrverkehr. Wir werden mehr Stau haben in Suhr, die umliegenden Gemeinden werden Mehrverkehr haben, das kann nicht in unserem Sinn sein.» Bei Veras seien der Langsamverkehr und der öffentliche Verkehr vergessen gegangen, und das bei den hohen Kosten von 384 Millionen Franken.

Die Positionen: Eine breite Koalition aus bürgerlichen Parteien macht sich für das Verkehrsprojekt Veras stark. Eine Ja-Parole haben SVP, FDP, Mitte, EVP und der Aargauische Gewerbeverband sowie die Aargauische Industrie- und Handelskammer herausgegeben. Für ein Nein machen sich die Grünen, die Grünliberalen und der VCS stark. Die SP hat Stimmfreigabe beschlossen. Abweichungen gibt es bei den Bezirksparteien von Grünen, GLP und SP: Mehrere aus den betroffenen Bezirken Aarau und Kulm unterstützen Veras.

Weitere Vorlage: Initiative zur Bildungsqualität

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Am 14. Juni kommt im Kanton Aargau auch die Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – Jetzt!» zur Abstimmung. Die Volksinitiative von Bildung Aargau will die Qualität der Schulen sichern. Dieses Ziel soll in der Verfassung verankert werden. Zu den konkreten Forderungen gehört, dass genügend qualifiziertes Personal ausgebildet wird, Lehrpersonen von administrativer Arbeit entlastet werden, und die maximale Klassengrösse reduziert wird.

Der Regierungsrat und die bürgerliche Mehrheit des Kantonsparlaments lehnen die Initiative ab. Zwar teilen sie die Kernforderung nach hoher Unterrichtsqualität, sind aber der Ansicht, dass die nötigen Anpassungen bereits eingeleitet wurden. Der Regierungsrat warnt vor möglichen Mehrkosten bei Annahme der Initiative.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 18.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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