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Abstimmungen Stadt Zürich Gleist Zürich den Bau einer neuen Tramstrecke nach Affoltern auf?

Mit einer neuen Tramverbindung will Zürich auf das Wachstum im Quartier Affoltern reagieren. Nun entscheidet das Volk.

Der Zürcher Stadtteil Affoltern wächst. Bis 2040 werden dort voraussichtlich über 30'000 Menschen leben, rund 70 Prozent mehr als im Jahr 2000. Nun soll auch der öffentliche Verkehr im Quartier mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten.

Der Plan: Affoltern soll mit einer neuen Verbindung ans Zürcher Tramnetz angeschlossen werden. Die Linie 11 soll künftig die geplante Strecke von der Haltestelle Brunnenhof bis zur Station Holzerhurd bedienen. Damit wird das Quartier Affoltern direkt mit dem Zürcher Hauptbahnhof, der Bahnhofstrasse und dem Zürichsee verbunden.

Den Grossteil der Route verkehrt das Tram auf einem Eigentrassee. Dieses verläuft in der Mitte der Wehntalerstrasse und wird abschnittsweise mit einer Magerwiese begrünt.

Strassenszene mit Strassenbahn, Autos und Bäumen.
Legende: Das 11er-Tram soll auf einem eigenen Trassee in der Mitte der Wehntalerstrasse fahren und das Quartier Affoltern näher an die Stadt bringen. Stadt Zürich

Die neue Tramstrecke soll den 32er-Bus, der die Passagiere bislang nach Affoltern brachte, ersetzen. Die Bus-Verbindung stösst aufgrund des Bevölkerungswachstums an ihre Kapazitätsgrenzen und soll deshalb künftig am Bucheggplatz enden.

Tram Affoltern: Zahlen und Fakten

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  • 4 Kilometer neue Gleise, davon ein Drittel Grüntrassee 
  • 550 Meter durchschnittlicher Haltestellenabstand 
  • 17 Minuten Fahrzeit vom Zehntenhausplatz bis zum Hauptbahnhof
  • Fahrgastkapazität: 2200 Personen pro Stunde und Richtung (im 7.5-Minutentakt) 
  • 20'000 Fahrgäste pro Tag
  • 50 Prozent Kapazitätssteigerung gegenüber heutigem Trolleybus-Angebot 
  • 287 zusätzliche Bäume mit klimarobusteren Sorten und grösseren Baumkronen als die aktuellen Bäume
  • Die Kosten für das Tramprojekt betragen 448.5 Millionen Franken

Um den Baustart im Jahr 2028 nicht zu gefährden, will die Stadt Zürich vorwärtsmachen. Die Bevölkerung entscheidet deshalb am 14. Juni über einen Kredit von 160 Millionen Franken für das Tram Affoltern. Und dies, obwohl die Mitfinanzierung durch den Kanton (gut 360 Millionen Franken) noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Mehr ÖV, zu wenig Auto?

Gerade deshalb betont der Zürcher Stadtrat die Wichtigkeit des Projekts. Nicht nur werde die Passagierkapazität erhöht, auch der ÖV-Betrieb werde dadurch stabiler und zuverlässiger. Zudem erhalte die Wehntalerstrasse durchgängige Velospuren auf beiden Seiten, sichere Fusswege und oberirdische Querungsmöglichkeiten.

Weitere Abstimmungen in der Stadt Zürich

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Mega-Kredit für den Ausbau der thermischen Netze:

Noch nie haben die Zürcherinnen und Zürcher über einen grösseren Kredit entschieden. Die Stadt will das Fernwärmenetz bis 2040 auf rund 60 Prozent des Stadtgebiets ausweiten – für knapp 2.3 Milliarden Franken. Es sollen vermehrt umweltfreundliche Heizlösungen genutzt werden, zum Beispiel aus der Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen. Ziel ist es, wegzukommen von fossiler Energie, damit bis im Jahr 2040 möglichst keine Treibhausgase mehr ausgestossen werden.

Volksinitiative «ewz-Bonus für alle – 80 Millionen Franken Volksdividende»:

Die Volksinitiative fordert, dass ein Teil der hohen Gewinne des städtischen Elektrizitätswerks ewz in Form einer einmaligen Zahlung von rund 340 Franken pro Haushalt direkt an alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich ausgeschüttet wird, gesamthaft 80 Millionen Franken. Stadtrat und Gemeinderat lehnen das Begehren fast einstimmig ab, da sie das Geld lieber für die kostspielige Energiewende und den Ausbau der thermischen Netze im Unternehmen behalten wollen.

Volksinitiative «Parkplatz-Kompromiss JA»:

Die Volksinitiative richtet sich gegen den Parkplatzabbau in der Stadt Zürich. Sie verlangt mit einer Anpassung der Gemeindeordnung, dass der Bestand an öffentlich zugänglichen Parkplätzen für Autos und Velos auf dem Stand vom 1. Januar 2025 bleibt. Die Aufhebung von Parkplätzen in Quartieren wäre nur zulässig, wenn die Gesamtzahl im betroffenen Gebiet gleich bleibt. Zudem verlangt die Initiative, dass für das Gewerbe genügend Abstell- und Umschlagplätze zur Verfügung stehen.

Festlegung der Taxen in den Gesundheitszentren für das Alter:

Bislang wurden die Taxen für Betreuung und Verpflegung in den Alterszentren vom Stadtrat festgelegt. Die Vorlage will diese Kompetenz nun aber an den Gemeinderat übertragen, damit dieser flexibler und schneller auf Kostensteigerungen reagieren kann und die Stimmberechtigten mehr Mitspracherecht haben. Da gegen diesen Entscheid des Parlaments das Referendum ergriffen wurde, entscheidet nun das Volk.

Umsetzung von Paragraf 49b des Planungs- und Baugesetzes:

Wenn eine Landwirtschaftszone in eine Wohnzone umgebaut wird, dann kann dort neuer Wohnraum entstehen. Diese Zonenänderungen und die Regeln, die Gemeinden aufstellen dürfen (Anteil gemeinnütziger Wohnraum, Auslastung der Wohnungen), regelt der Paragraf 49b im Planungs- und Baugesetz. Das Zürcher Stadtparlament hat nun Vorschriften zu diesem Paragrafen erlassen – etwa, dass nur Stadtzürcher in preisgünstigen Wohnungen leben dürfen. Gegen die neue Verordnung wurde das Referendum ergriffen, deshalb entscheidet nun das Volk.

Hinter dem Kredit von 160 Millionen Franken steht auch der Zürcher Gemeinderat. In der Debatte im März sprach sich eine Mehrheit aus SP, FDP, Mitte, EVP und Teilen der GLP für das Projekt aus. Die Parteien waren der Ansicht, dass Affoltern auf das Tram angewiesen sei. Zudem würden Bund und Kanton den grössten Teil der Ausgaben stemmen.

Die restlichen Abstimmungen in der Stadt Zürich

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Neues Recyclingzentrum in Zürich-Altstetten:

Die Stadt Zürich will auf dem Juch-Areal in Altstetten für gut 33 Millionen Franken ein modernes, zentrales Recyclingzentrum bauen, das als Ersatz für die heutigen Provisorien dient. Die neue Anlage besteht zum grössten Teil aus wiederverwendeten Materialien, die Anlieferung soll zu Fuss, mit Velo, Auto und Lastwagen möglich sein.

Ökologische Ersatz-Massnahmen im Seebecken:

Die Stadt will das Seebecken für 69 Millionen Franken aufwerten, indem sie durch neue Flachwasserzonen und Schilfgürtel wertvollen Lebensraum für Fische und Wasservögel schafft. Gleichzeitig sollen die Uferwege und der Zugang zum Wasser für die Bevölkerung attraktiver gestaltet werden. Diese Ersatz-Massnahmen sind nötig, damit Konzessionen für Häfen, Stege oder Badeanlagen erneuert werden.

Millionen für Studentenwohnungen:

Die Stadt Zürich fördert mit dem Jugend-Wohnkredit die Schaffung von günstigem Wohnraum für junge Menschen in der Ausbildung. Der letzte Kredit in der Höhe von 20 Millionen Franken stammte aus dem Jahr 2010. Nun entscheiden die Stimmberechtigten über einen neuen Kredit von 40 Millionen.

Neubau der Schulanlage Höckler:

Für 141 Millionen Franken will die Stadt Zürich eine neue Schulanlage für 22 Klassen (Primar- und Sekundarstufe) bauen, um den Schulraumbedarf im stark wachsenden Quartier Manegg zu decken. Das Projekt beinhaltet auch ein Schwimmbad, Sporthallen, eine Laufanlage auf dem Dach, eine Bibliothek sowie spezialisierte Räume für die Gehörlosen- und Schwerhörigenschule und soll bis zum Jahr 2032 fertiggestellt sein.

Ersatzneubau der Schulanlage und Renovierung der Sportanlage Utogrund:

Weil das Quartier Albisrieden stark wächst, plant die Stadt einen Ersatz-Neubau für die Schulanlage Utogrund. Dieser soll Platz bieten für 400 Schülerinnen und Schüler. Zusätzlich soll auch die angrenzende Sportanlage renoviert werden, damit diese tagsüber von der Schule und abends von Vereinen genutzt werden kann. Die Kosten belaufen sich für das Gesamtprojekt auf 138 Millionen Franken.

Zentralwäscherei – Verlängerung der Zwischennutzung:

Für knapp 8 Millionen Franken soll die Zwischennutzung auf dem Areal der ehemaligen Zentralwäscherei in Zürich bis ins Jahr 2034 verlängert werden. Mit dem Geld wird der weitere Betrieb als Kultur- und Begegnungsort finanziert. Gegner kritisieren den Kredit, weil in der Zentralwäscherei auch politisch kontroverse Veranstaltungen stattfinden.

Neue Alterswohnungen in Zürich-Seebach:

Die Stadt will ihrer Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich ein Stück Landreserve im Baurecht abtreten. Dort soll die Stiftung eine neue Alterssiedlung bauen – 115 Wohnungen für 140 Personen. Die Stadt stimmt über Ausgaben von knapp 21 Millionen Franken ab.

Die Gegner der Vorlage – namentlich AL, Grüne, SVP und Teile der Grünliberalen – stören sich vor allem an 60 Millionen Franken, die der Stadtrat zusätzlich für das Tram einschiesst, obwohl dies Sache des Kantons wäre. Zudem stelle das Projekt den Autoverkehr zu sehr in den Fokus, sagen die linken Gegner. Die SVP hingegen sieht den Individualverkehr benachteiligt.

Auch der Kanton muss zustimmen

Dass es neue Tramverbindungen nicht immer einfach haben, zeigt ein Blick in andere Regionen. Hohe Kosten lösen oft Widerstände aus. So war etwa primär das Geld Grund für das Nein des Baselbiets 2021 zu einer Tramverlängerung von Pratteln nach Augst. Und in Basel-Stadt wurde 2014 eine Tramanbindung für das neue Erlenmatt-Quartier abgelehnt. 

Nur: Auch wenn es in Zürich anders kommt und sich in der Stadt die Befürworter der Vorlage durchsetzen, ist das Tram Affoltern noch nicht beschlossene Sache. Auch das Zürcher Kantonsparlament muss seinen Kostenanteil noch durchwinken. Und kommt es da zu einem Referendum, muss sich das Stimmvolk des ganzen Kantons mit dem Tram Affoltern beschäftigen.

Die Parolen der Parteien zum Tram Affoltern

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Ja: Mitte, EVP, FDP, GLP, SP

Nein: AL, Grüne, SVP

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 28.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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