Schweizer Volk sagt deutlich Ja zur Abzocker-Initiative

Die Aktionäre börsenkotierter Unternehmen erhalten mehr Rechte. Kein einziger Kanton stimmt gegen die Abzocker-Initiative, insgesamt beträgt der Ja-Stimmenanteil fast 68 Prozent. Der «Vasella-Effekt» hat laut Experten dazu beigetragen, dass noch mehr Ja-Stimmen in die Urne gelegt wurden.

Abzocker-Initiative Auf / Zuklappen

03.03.2013 Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Gegen die Abzockerei»

Endresultat von 16:16 Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'615'720 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (762'273 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 67.9%
NEIN-Stimmen relativ: 32.1%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 23
NEIN-Stimmen: 0
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 66.8% 33.2% 118526 58861
Appenzell Ausserrhoden 66.3% 33.7% 12858 6524
Appenzell Innerrhoden 61% 39% 2832 1813
Basel-Landschaft 67.5% 32.5% 56073 26995
Basel-Stadt 67.3% 32.7% 37147 18074
Bern 70.3% 29.7% 216675 91557
Freiburg 70.3% 29.7% 58204 24645
Genf 67.7% 32.3% 74421 35556
Glarus 69.6% 30.4% 6484 2826
Graubünden 65.5% 34.5% 49216 25972
Jura 77.1% 22.9% 15677 4654
Luzern 66.3% 33.7% 79774 40587
Neuenburg 71.9% 28.1% 32973 12879
Nidwalden 57.7% 42.3% 8461 6193
Obwalden 56.1% 43.9% 7105 5557
Schaffhausen 75.9% 24.1% 23737 7548
Schwyz 60.8% 39.2% 29599 19101
Solothurn 67.9% 32.1% 57080 26937
St. Gallen 66.4% 33.6% 90529 45890
Tessin 70.7% 29.3% 61507 25454
Thurgau 70.5% 29.5% 48469 20240
Uri 64.3% 35.7% 6881 3825
Waadt 66.5% 33.5% 125918 63520
Wallis 63.7% 36.3% 88190 50225
Zug 58.2% 41.8% 21737 15599
Zürich 70.2% 29.8% 285647 121241

Endresultat Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'615'720 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (762'273 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 67.9%
NEIN-Stimmen relativ: 32.1%
  • Bezirk
    JA-Stimmen: (1'615'720 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (762'273 Stimmen)
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Familienpolitik Auf / Zuklappen

03.03.2013 Eidg. Vorlage: Bundesbeschluss über die Familienpolitik

Endresultat von 16:16 Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'283'383 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'078'895 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 54.3%
NEIN-Stimmen relativ: 45.7%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 10
NEIN-Stimmen: 13
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 47.2% 52.8% 83146 93172
Appenzell Ausserrhoden 40.6% 59.4% 7845 11468
Appenzell Innerrhoden 27.1% 72.9% 1259 3388
Basel-Landschaft 52.8% 47.2% 43518 38932
Basel-Stadt 65% 35% 35846 19293
Bern 49.4% 50.6% 151867 155655
Freiburg 62.7% 37.3% 51734 30736
Genf 79.1% 20.9% 85921 22744
Glarus 42.6% 57.4% 3946 5319
Graubünden 48.8% 51.2% 36130 37920
Jura 70.3% 29.7% 14058 5928
Luzern 48.8% 51.2% 58727 61585
Neuenburg 69.9% 30.1% 31618 13632
Nidwalden 41% 59% 6002 8624
Obwalden 38% 62% 4804 7833
Schaffhausen 44.3% 55.7% 13358 16799
Schwyz 36.9% 63.1% 17917 30689
Solothurn 50.4% 49.6% 42444 41695
St. Gallen 42.8% 57.2% 58421 77927
Tessin 66.7% 33.3% 57197 28500
Thurgau 41.7% 58.3% 28511 39923
Uri 31.8% 68.2% 3409 7302
Waadt 70.7% 29.3% 133562 55431
Wallis 57.6% 42.4% 79118 58192
Zug 47.5% 52.5% 17703 19570
Zürich 53.6% 46.4% 215322 186638

Endresultat Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'283'383 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'078'895 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 54.3%
NEIN-Stimmen relativ: 45.7%
  • Bezirk
    JA-Stimmen: (1'283'383 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'078'895 Stimmen)
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Raumplanungsgesetz Auf / Zuklappen

03.03.2013 Eidg. Vorlage: Teilrevision Raumplanungsgesetz

Endresultat von 16:17 Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'476'723 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (871'454 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 62.9%
NEIN-Stimmen relativ: 37.1%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 66.9% 33.1% 116951 57916
Appenzell Ausserrhoden 66% 34% 12668 6535
Appenzell Innerrhoden 55.4% 44.6% 2556 2061
Basel-Landschaft 70.3% 29.7% 57051 24051
Basel-Stadt 78.1% 21.9% 42626 11946
Bern 66.8% 33.2% 204593 101567
Freiburg 62.9% 37.1% 51728 30549
Genf 57.7% 42.3% 61798 45229
Glarus 66.6% 33.4% 6166 3093
Graubünden 61.5% 38.5% 45088 28254
Jura 62.8% 37.2% 12483 7394
Luzern 68.1% 31.9% 81369 38161
Neuenburg 67.7% 32.3% 30320 14482
Nidwalden 59.1% 40.9% 8617 5958
Obwalden 56.3% 43.7% 7062 5483
Schaffhausen 63.2% 36.8% 18934 11031
Schwyz 56.6% 43.4% 27325 20920
Solothurn 69.5% 30.5% 58055 25524
St. Gallen 64.3% 35.7% 87170 48308
Tessin 55.3% 44.7% 47507 38376
Thurgau 68.6% 31.4% 46858 21478
Uri 55.9% 44.1% 5887 4638
Waadt 56.4% 43.6% 105371 81299
Wallis 19.6% 80.4% 27331 111785
Zug 71.4% 28.6% 26520 10620
Zürich 71.3% 28.7% 284689 114796

Endresultat Uhr

JA-Stimmen absolut: (1'476'723 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (871'454 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 62.9%
NEIN-Stimmen relativ: 37.1%
  • Bezirk
    JA-Stimmen: (1'476'723 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (871'454 Stimmen)
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Alle Schweizer Kantone sagen deutlich Ja zur Abzocker-Initiative. Am deutlichsten stimmen die Kantone Jura mit 77,1 Prozent, Neuenburg mit 71,9 Prozent, Tessin mit 70,7 Prozent, Thurgau mit 70,5 Prozent und Freiburg mit 70,3 Prozent Ja-Stimmenanteil der Vorlage zu. 67,9 Prozent aller Stimmberechtigten sagen Ja. Die Stimmbeteiligung liegt bei durchschnittlich 46,7 Prozent.

Umsetzung dauert mehrere Monate

Die Geschichte der Abzocker-Initiative kommt damit zu einem vorläufigen Ende – oder einem weiteren Höhepunkt. Nachdem sie im Oktober 2006 eingereicht wurde und sich das Parlament jahrelang damit beschäftigt hatte, gab es nun eine Entscheidung. Das Volk setzt ein deutliches Zeichen gegen überrissene
Löhne.

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Longchamp: Mit Initiative ein Zeichen setzen.

1:40 min, vom 3.3.2013

Hätte das Volk Nein gesagt, wäre der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments zum Zug gekommen. Jetzt braucht es noch eine gesetzliche Umsetzung der Initiative. Die Initianten haben aber bereits relativ konkrete Forderungen ausformuliert. Dennoch rechnen Experten damit, dass das Gesetz erst in rund eineinhalb Jahren in Kraft tritt.

«Vasella-Effekt» greift

Der Ja-Anteil zur Abzocker-Initiative liegt noch höher als bei der letzten Umfrage. Diese hatte eine Zustimmung von 64 Prozent ergeben. Sie wurde jedoch vor der Diskussion um die Entschädigung nach dem Abgang von Daniel Vasella als Novartis-Verwaltungsratspräsident durchgeführt.

Auch Claude Longchamp vom gfs.bern sprach von einem «Vasella-Effekt». Nur bei den wenigsten Volksinitiativen steige die Zustimmung gegen Ende des Abstimmungskampfes noch an. In der Regel sinke die Zustimmung.

Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können.

Sondervergütungen wie Abgangsabfindungen oder Begrüssungsgelder für Spitzenmanager in Millionenhöhe sollen verboten werden. Verstösse gegen entsprechende gesetzliche Regelungen sollen mit bis zu drei Jahren Gefängnis und hohen Geldbussen bestraft werden können.

Ja-Stimmenanteil fast auf Rekordniveau

Mit einer Zustimmung von fast 68 Prozent erreicht die Abzocker-Initiative eine der höchsten Zustimmungen, die eine Volksinitiative je erhalten hat. Rekordhalter ist die Initiative zur Einführung des arbeitsfreien 1. Augusts: Sie erreichte 1993 eine Zustimmung von fast 84 Prozent. Diese Initiative ist zudem eine von insgesamt dreien, bei der sämtliche Kantone der Vorlage zustimmten.

Die zweite ist die Volksinitiative für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft. Hier stimmten am 27. November 2005 sämtliche Kantone für den Vorstoss. Damals lag das Volksmehr jedoch mit 55,7 Prozent deutlich unter jenem der Abzocker-Initiative (68 Prozent).

Nur 20 Volksinitiativen waren bislang erfolgreich

Über 183 Volksinitiativen wurde seit 1891 abgestimmt. Nur 20 davon wurden angenommen.
03. März 2013 Abzocker-Initiative
11. März 2012 Zweitwohnungs-Initiative
28. November 2010 Ausschaffungs-Initiative
29. November 2009 Anti-Minarett-Initiative
30. November 2008 Unverjährbarkeits-Initiative
27. November 2005 Gentechfrei-Initiative
08. Februar 2004 Verwahrungs-Initiative
03. März 2002 UNO-Beitritt
20. Februar 1994 Alpeninitative
26. September 1993 1. August-Initiative
23. September 1990 Stopp dem Atomkraftwerksbau
06. Dezember 1987 Rothenthurm-Initiative (Hochmoorschutz)
28. November 1982 Preisüberwachung
11. September 1949 Rückkehr zur direkten Demokratie
02. Dezember 1928 Erhaltung der Kursäle
30. Januar 1921 Staatsvertragsreferendum
21. März 1920 Spielbankenverbot
13. Oktober 1918 Proporzwahl Nationalrat
05. Juli 1908 Absinthverbot
20. August 1893 Schächtverbot