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Ärgerlich oder nützlich? Städte suchen Lösungen beim E-Trotti-Wirrwarr

Zürich will die Zahl der E-Leihfahrzeuge wie Trottis stark verkleinern. In anderen Städten ist das bereits Realität.

Darum geht es: In Schweizer Städten sorgen kurzfristig mietbare, elektrische Trottinette und Scooter immer wieder für Ärger. Und so plant jetzt auch die Zürcher Stadtregierung, die Zahl der vermieteten E-Fahrzeuge massiv zu verkleinern und die Zahl der Anbieter zu reduzieren, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Andere Städte haben bereits Beschränkungen erlassen und vergeben Betreiberlizenzen. Weitere Städte – wie Basel – verzichten bislang darauf.

Zürich: Nur noch halb so viele E-Leihfahrzeuge?

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Gemäss dem «Tages-Anzeiger» arbeitet die Stadt Zürich (rund 437'000 Einwohnerinnen und Einwohner) an neuen Regeln für E-Leihfahrzeuge. Demnach plant die Stadtregierung künftig nur noch drei Anbieter zuzulassen, mit je 1000 Fahrzeugen. Derzeit sind 7350 solcher Fahrzeuge auf dem Stadtgebiet spontan ausleihbar.

Zudem sollen die Gefährte künftig an gewissen Hotspots wie dem Kreis 1 und in der Nähe von Bahnhöfen nur noch an vorgeschriebenen Stationen abgestellt werden dürfen.

Die Stadtbehörden bestätigen die Zahl 3000 allerdings nicht, teilten gegenüber SRF aber mit, dass man in der Tat plane, die Zahl der Anbieter sowie die Zahl der Leihfahrzeuge zu begrenzen. Die Stadtregierung sei daran, die Benutzungsordnung zum öffentlichen Grund entsprechend zu überarbeiten.

Ein Ärgernis für viele: Immer wieder sorgen vor allem E-Trottinette für Unmut und Diskussionen. Viele empfinden die oft chaotisch herumstehenden Fahrzeuge auf Trottoirs, Autoparkplätzen, Hauseingängen oder Strassen als störend. Die Leihfahrzeuge versperren anderen Verkehrsteilnehmern den Weg, behindern blinde Personen, solche in Rollstühlen oder Mütter und Väter mit Kinderwagen. Auch werden immer wieder Klagen laut, die Benutzerinnen und Benutzer solcher Leih-Trottis würden sich im Verkehr rücksichtslos verhalten.

Viele Unfälle mit E-Trottinetts

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Nicht zu unterschätzen ist auch die Unfallgefahr. Wer sich in einer Stadt irgendwo spontan ein Miet-Trotti ausleiht, ist damit in den allermeisten Fällen ohne Helm unterwegs. Kommt hinzu: Viele Benutzer sind nicht geübt im Umgang mit diesen Gefährten, entsprechend gross ist die Unfallgefahr.

In der Schweiz wurden letztes Jahr 165 schwere Unfälle mit E-Trottinetts registriert, 3 Personen verloren ihr Leben, 152 Personen wurden schwer verletzt.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 16'500 Unfälle mit E-Trottis und -Scootern verzeichnet, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland steigen diese Unfallzahlen seit Jahren stetig an.

So regelt es Winterthur: In Winterthur (mit rund 120'000 Einwohnerinnen und Einwohnern) betreibt seit Anfang Jahr die schwedische Firma Voi 450 E-Trottis sowie 100 E-Bikes. Ihre Lizenz läuft bis Ende 2027. Voi muss dafür sorgen, dass sich die Gefährte nicht in der Innenstadt konzentrieren. Falsch abgestellte Fahrzeuge werden von der Polizei oder Voi eingezogen. Ausserdem muss, wer sein ausgeliehenes E-Trotti am Schluss nicht regelkonform stehen lässt, eine Umtriebsentschädigung bezahlen. Trotzdem ist noch nicht die ganze Bevölkerung mit der Situation zufrieden. Und so will die Stadtverwaltung bis Ende Jahr eine überarbeitete Strategie vorlegen.

Grüner E-Scooter auf einer belebten Strasse mit Passanten im Hintergrund.
Legende: Immer wieder werden Leih-Trottis mitten in Fussgängerzonen, auf Strassen oder auf Trottoirs stehen gelassen. Das sorgt seit Jahren immer wieder für Unmut unter Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern. Keystone/Christian Beutler

Situation in Basel: Im Kanton Basel-Stadt (mit rund 204'000 Einwohnerinnen und Einwohnern) gibt es insgesamt acht Anbieter von elektronisch betriebenen Fahrzeugen. Sie brauchen dafür keine spezielle Bewilligung oder Lizenz. Sie müssen aber gewisse Vorgaben einhalten, wie etwa die Maximalzahl von 200 betriebenen Fahrzeugen pro Anbieter. Auf den Strassen des Stadtkantons sind also maximal 1600 E-Trottis, -Scooter und Bikes dieser Anbieter unterwegs. Hinzu kommen die mehr als 1000 Velos und E-Bikes von Publibike, für die aber andere Regeln gelten.

Überblick: Was ist und was darf ein E-Trottinett oder E-Scooter?

Ein Anbieter in Bern: Die Stadt Bern (mit rund 138'000 Einwohnerinnen und Einwohnern) hat in der Vergangenheit – wie andere Städte auch – schlechte Erfahrungen mit dem E-Trotti-Wildwuchs gemacht. Deshalb darf seit 2024 nur noch Voi solche Fahrzeuge verleihen. Ihre Lizenz in Bern läuft bis Mai 2029. Ihre Flotte an E-Trottis darf maximal 300 Stück betragen. Auch in Bern gibt es vor allem in der Innenstadt Beschränkungen zum Abstellen der Trottis. Zudem muss der Betreiber falsch abgestellte Gefährte wegräumen.

So ist es in Biel: In der Stadt Biel (mit rund 57'000 Einwohnerinnen und Einwohnern) bietet Publibike neben Leihvelos seit diesem Jahr auch 80 E-Trottis an (ein ähnlicher Versuchsbetrieb mit E-Trottis von Publibike ist auch in Lugano im Gang). Daneben betreibt Voi seit Anfang Jahr in Biel zusätzlich 160 E-Trottinetts. Während jene Gefährte von Publibike nur an speziellen Velospot-Parkplätzen abgestellt werden dürfen, können die Fahrzeuge von Voi frei parkiert werden. Dabei gibt es allerdings vor allem in der Bieler Innenstadt Einschränkungen. So dürfen die Voi-Trottis dort nur auf öffentlichen Veloparkplätzen parkiert werden.

Regionaljournal ZH/SH, 23.7.2026, 12:05 Uhr ; 

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