Ein Video von Abfallbergen an der Limmat in Zürich sorgt aktuell für Ärger. Nach einer Party am vergangenen Samstag landete der Müll auch im Fluss, wie ein Video in den sozialen Medien zeigt. Solche Littering-Diskussionen sind nicht neu.
250’000 Franken Entsorgungskosten
Im Fall der Street Parade, an der im Sommer jeweils mehrere Hunderttausend Menschen rund ums Zürcher Seebecken feiern, ist im letzten Jahr ein Streit zwischen den Organisatoren und den Detailhändlern neu aufgeflammt. «Es ist einfach unfair und zum Kotzen», sagte Street-Parade-Präsident Joel Meier damals bei der Liveübertragung auf «3+».
Detailhändler würden Getränke zu tiefen Preisen verkaufen, aber nichts an die Abfallkosten beisteuern. Die Grossverteiler würden ihre Gemüseabteilungen ausräumen und stattdessen Bier und Vodka verkaufen. Das habe nichts mehr mit Anstand zu tun. Der Verein Street Parade, der nicht gewinnorientiert arbeite, bezahle jedes Jahr rund 250’000 Franken Abfallgebühren.
Der emotionale Auftritt hat offenbar Wirkung gezeigt. «Es haben mehrere Gespräche mit den Detailhändlern stattgefunden. Es geht in kleinen Schritten vorwärts», sagt Street-Parade-Präsident Joel Meier auf Anfrage von SRF.
Bei Coop, mit einer Filiale am Bahnhof Stadelhofen, bestätigt man die Verhandlungen auf Anfrage. Es seien Massnahmen definiert worden, die an der nächsten Austragung der Streetparade entsprechend umgesetzt und kontrolliert würden.
Detailhändler kommen Street Parade entgegen
Konkret hätten sich die Detailhändler bereit erklärt, auf den Verkauf von gekühlten Spirituosen in Glasflaschen zu verzichten, sagt Joel Meier.
Es geht in kleinen Schritten vorwärts
Denn Glasflaschen, die auf dem Festgelände explizit nicht verkauft würden, seien ein Sicherheitsrisiko. Jedes Jahr kommt es während der Technoparade zu mehr als 100 Behandlungen wegen Schnitt- und Schürfwunden.
Ausserdem würden die Detailhändler ihre Container häufiger leeren und Sicherheitspersonal würde dafür sorgen, dass Einkaufswägen nicht für den Weiterverkauf von Getränken missbraucht würden.
Noch ein weiter Weg
Doch Meier gibt auch zu, dass man aus Sicht der Street Parade noch nicht am Ziel sei. «Wir wollen, dass man auf einem Dancefloor tanzen kann und nicht auf einer Müllhalde.»
Bezüglich einer Kostenbeteiligung an der Entsorgung gibt es bisher keine Lösung. Coop schreibt: «Eine Übernahme von Kosten hinsichtlich Abfällen ist analog aller anderen Veranstaltungen nicht möglich.»
Am Schluss müsse auch der Verein Street Parade seine Aufgaben machen, sagt Joel Meier. «Es sind schliesslich unsere Besucherinnen und Besucher, die sich mit Getränken eindecken.» Hier wolle man weiter sensibilisieren.