- In einer grossen Aktion ist die Polizei in der Schweiz und im Ausland Ende April gegen mutmassliche Drogenkriminelle und Geldwäsche vorgegangen.
- Schweizweit waren mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Es gab in mehreren Kantonen Hausdurchsuchungen und es wurden mehrere Personen verhaftet.
- Die Aktion ist laut der Kantonspolizei Waadt von der europäischen Polizeibehörde Europol und der US-Antidrogenbehörde DEA koordiniert worden.
Die koordinierte Polizeiaktion fand bereits am 28. April statt, wie die Kantonspolizei Waadt am Montag in einem Communiqué schrieb. Sie hatte nach eigenen Angaben zuvor gemeinsam mit der Waadtländer Staatsanwaltschaft mehrere Jahre lang Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche geführt.
Die Aktion habe gleichzeitig in den Kantonen Waadt, Bern, Solothurn, Zürich, St. Gallen und Luzern sowie in Nigeria, Frankreich und Griechenland stattgefunden, hiess es. Unterstützung leisteten auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol) sowie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG).
Geldtransfer-Agenturen im Visier
Allein in der Waadt seien mehr als fünfzig Polizistinnen und Polizisten im Einsatz gestanden, hiess es. Dort wurden auch drei Verdächtige gefasst. Zwei von ihnen wohnen den Angaben zufolge im Kanton Bern, eine weitere Person in der Waadt. Alle drei wurden in Untersuchungshaft genommen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Durchsuchungen gab es laut Communiqué in den Wohnungen der Beschuldigten sowie in Agenturen für den Geldtransfer in Lausanne, Bern und Luzern. Dabei seien Computer und Handys beschlagnahmt worden. Auch Vermögenswerte im Umfang von mehreren hunderttausend Franken, die mutmasslich aus kriminellen Aktivitäten stammen, wurden konfisziert.
In Zürich konzentrierte sich die Aktion auf einen Finanzdienstleister. Dieser soll laut der Staatsanwaltschaft während Jahren illegale Gelder in Millionenhöhe, etwa aus dem Drogenhandel, ins Ausland transferiert haben.
Vernehmung in Nigeria
Auch in Nigeria hätten die dortigen Behörden Immobilien und Vermögenswerte beschlagnahmt, schrieb die Waadtländer Polizei weiter. Ein Polizist und eine Buchhaltungsanalystin der Waadtländer Polizei hätten zudem in dem afrikanischen Land an der Vernehmung einer Person teilgenommen, die der Beihilfe verdächtigt wird. Zudem hätten die beiden in Zusammenarbeit mit den nigerianischen Behörden Ermittlungsmassnahmen durchgeführt.
Um welche Massnahmen es sich dabei handelte, präzisierte die Polizei nicht. Auch sonst würden keine weiteren Angaben gemacht, um den Fortgang der Untersuchung nicht zu gefährden, hiess es. Die Ermittlungen würden fortgesetzt.