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Als erster Kanton In Zug bekommt die Bevölkerung in guten Jahren Steuergeld zurück

Künftig erhält die Zuger Bevölkerung einen Steuerrabatt, wenn die Finanzlage des Kantons besonders gut ist.

Jahr für Jahr schreibt der Kanton Zug hohe Gewinne. 2025 war es ein Plus von 429 Millionen Franken. Und Jahr für Jahr stellt sich die Frage, was mit dem Überschuss passieren soll.

Das Kantonsparlament hat sich nun für eine besondere Massnahme entschieden: Als erster Kanton in der Schweiz führt Zug einen Steuerrabatt auf kantonaler Ebene ein. Zwar muss die Vorlage noch in eine zweite Lesung. Die Meinungen im Parlament sind aber bereits gemacht.

Luftaufnahme einer Stadt am See mit umliegenden Hügeln und Bergen.
Legende: Der Regierungsrat unterstützte die Einführung eines Steuerrabatts grundsätzlich. Einen Automatismus lehnte er jedoch ab. Der Kantonsrat soll hingegen jedes Jahr neu entscheiden, ob ein Rabatt gewährt wird. Keystone/Urs Flüeler

Der Zuger Steuerrabatt ist jeweils nach Geschäftsjahren möglich, die einen hohen Überschuss aufweisen. Der Kantonsrat legt dafür einen Steuerrabatt auf den ordentlichen Kantonssteuerfuss fest. Das Volk hat jeweils die Möglichkeit, dagegen das Referendum zu ergreifen.

Bürgerliche dafür, Linke dagegen

Im Kantonsparlament sprachen sich SVP, FDP, Mitte und GLP für einen Steuerrabatt aus. Michael Arnold (FDP) betonte, die Vorlage sei eine gezielte Entlastung. Karl Nussbaumer (SVP) argumentierte, dass Überschüsse nicht dem Kanton gehörten, sondern den Steuerzahlenden.

Tabea Estermann (GLP) setzte sich für den Steuerrabatt ein, machte sich jedoch für eine Deckelung stark. Der Rabatt sollte maximal acht Steuerfussprozente betragen. Thomas Gwerder (Mitte) forderte ebenso eine Obergrenze. Die Idee einer Obergrenze, eingebracht von der vorberatenden Kommission, setzte sich im Rat durch.

Steuerrabatt wird auch in anderen Kantonen diskutiert

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Im Kanton Aargau lancierte die Mitte-Partei im April 2026 eine «Geld-zurück-Initiative». Wenn der Kanton schuldenfrei ist und in einem Rechnungsjahr genug Gewinn macht, soll er einen Teil davon den Steuerzahlern und Unternehmen zurückgeben können.

Im Kanton Zürich reichten die Jungfreisinnigen im Januar 2026 zusammen mit Vertretern der SVP, FDP und GLP eine entsprechende Volksinitiative ein. Diese verlangt eine teilweise automatische Rückzahlung von Steuergeld.

In Basel-Stadt stimmte das Parlament im Jahr 2024 einem entsprechenden Vorstoss aus den Reihen der FDP zu. Überschüssiges Steuergeld soll an natürliche Personen zurückfliessen. Jetzt muss das Finanzdepartement eine entsprechende Vorlage ausarbeiten.

Die Ratslinken lehnten einen Steuerrabatt ab. Luzian Franzini (ALG) sagte, dieser bringe dem Mittelstand nichts, «ausser höheren Mieten». Ähnlich argumentierte Beat Iten (SP). Tiefe Steuern lohnten sich für den überwiegenden Teil der Zuger Bevölkerung nicht, sondern «verschärfen die Probleme».

Ob die linken Parteien das Referendum gegen die Vorlage ergreifen, ist derzeit noch offen. Dafür sind 1500 Unterschriften nötig.

Wohin mit dem Geld?

In der Vergangenheit senkte die Zuger Regierung den Steuersatz aufgrund der hohen Einnahmen mehrmals. Für Privatpersonen hat Zug für 2026 schweizweit den niedrigsten Steuersatz. Bei Unternehmen ist es der zweittiefste nach Luzern.

Zudem beteiligt sich der Kanton Zug mit 99 Prozent an den Gesundheitskosten der Bevölkerung, wenn jemand für eine stationäre Behandlung ins Spital muss. Auch dies ist eine in den letzten Jahren ergriffene Massnahme, um einen Teil der hohen Steuereinnahmen zurückzugeben.

Regionaljournal Zentralschweiz, 21.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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